Kinder beschäftigen: Hilfe, Langeweile droht!

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Angeblich entstehen aus Langeweile die schönsten und besten Ideen für mehr Beschäftigung. Doch nicht alle Kinder sind so erfinderisch, sie gehen bei mangelnden Freizeitideen ihren Eltern gehörig auf die Nerven.

Kinderbetreuung vs. Langeweile

Spätestens ab einem Alter von drei Jahren sind die meisten Kinder in der Betreuung. Mama und Papa holen sie nachmittags wieder aus der Kita ab, die Kleinen sind dann bereits müde oder müssen nur noch ein wenig beschäftigt werden. Auch Grundschüler, die entweder im Hort oder in der Ganztagsschule sind, brauchen in der Schulzeit kaum Beschäftigungsangebote. Doch wehe, wenn die Ferien da sind oder die Kita geschlossen hat bzw. das Kind krank ist! Dann liegen die Nerven der ganzen Familie blank, denn die Kleinen wissen nicht, was sie tun sollen und auch den Großen mangelt es an Ideen.

Jeden Tag einen Ausflug machen und beispielsweise die Vorstellungen von Disney on Ice besuchen? Das wird auf Dauer sehr teuer und kann keine gute Alternative sein. Solche Unternehmungen sind besser ein Highlight für die Ferien oder für den Ausflug mit den Großeltern geeignet; sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn etwas Besonderes unternommen werden soll. Doch wie sieht es an allen anderen Tagen aus?

Es ist wie verhext: Kaum haben die Ferien begonnen, herrscht draußen das hässlichste Schmuddelwetter, das sich jemand nur vorstellen kann. (#01)

Es ist wie verhext: Kaum haben die Ferien begonnen, herrscht draußen das hässlichste Schmuddelwetter, das sich jemand nur vorstellen kann. (#01)

Spiele für drinnen finden

Es ist wie verhext: Kaum haben die Ferien begonnen, herrscht draußen das hässlichste Schmuddelwetter, das sich jemand nur vorstellen kann. Egal, ob im Winter, wenn es plötzlich nieselt oder regnet, dabei kalt und windig ist, oder ob es um die Sommerferien geht, die mit einem Temperatursturz und schlechtem Wetter beginnen. Schon stehen Eltern vor einem Rätsel, denn die geplanten Ausflüge an den See oder ins Freibad sind nun ebenso wenig möglich wie die Rodelnachmittage. Dazu kommt, dass die Kinder quengeln, denn auch sie können sich Schöneres vorstellen, als den lieben, langen Tag im Haus zu hocken und sich Spiele auszudenken.

Wie verlockend der Gedanke nun scheint, einfach den Fernseher oder das Tablet anzuschalten und die Kinder davor zu „parken“! Das ist aber weder pädagogisch noch bildungstechnisch gut, wie sich spätestens nach einem Nachmittag vor dem TV zeigt. Die Kinder sind unausgeglichen und nerviger als zuvor. Sie brauchen Bewegung, geistige Anregung und sollten sich nicht nur berieseln lassen! Das führt nur zu Frust.

Hier also einige Tipps für Spiele, die sich bei schlechtem Wetter perfekt drinnen organisieren lassen:

  • Naturmaterialien sammeln (besser bei schönem Wetter, damit diese dann auch trocken sind) und damit lustige Tiere, Bilder und Kunstgegenstände basteln
  • Bastelbücher durchforsten und Dinge nachbauen
  • Eigene Fotobücher zusammenstellen
  • Barfuß Mikado spielen
  • Mit Puppen spielen
  • Höhlen unter dem Schreibtisch oder anderen Tischen bauen
  • Ein Planschbecken aufstellen und daraus ein Bällebad machen
  • Eine alte Matratze als Trampolin nutzen
  • Wattebäusche basteln und damit eine „Schneeballschlacht“ veranstalten
  • Aus Pappkartons ein Auto basteln
  • Puzzeln
  • Vorlesestunden mit Picknick veranstalten
  • Mit Knete tolle Dinge bauen
  • Fangen und verstecken spielen
  • Zimmerpflanzen umtopfen (gleich noch eine nützliche Tätigkeit!)
  • Barfußpfade anlegen
  • Sandbilder malen
Kinder wollen nicht nur geistig beschäftigt werden. Sie stehen frühmorgens mit einer nicht enden wollenden Energie auf, die so manche Eltern neidisch werden lässt.(#02)

Kinder wollen nicht nur geistig beschäftigt werden. Sie stehen frühmorgens mit einer nicht enden wollenden Energie auf, die so manche Eltern neidisch werden lässt.(#02)

Bewegung für drinnen

Kinder wollen nicht nur geistig beschäftigt werden. Sie stehen frühmorgens mit einer nicht enden wollenden Energie auf, die so manche Eltern neidisch werden lässt. Kann diese Energie nicht heraus, werden die Kleinen unleidlich. Sie wollen sich bewegen! Geht das nicht draußen, müssen kreative Ideen für mehr Bewegung her. Wer ein Haus mit Treppen hat, ist gut beraten, zumindest dann, wenn die Kleinen groß und alt genug sind, die Treppen gefahrlos benutzen zu können. So ergeben sich wunderbare Spiele für die Ferien oder das Wochenende!

Bauen Sie doch zum Beispiel einen Parcours auf, der sich vor allem dann gut nutzen lässt, wenn wenigstens zwei Kinder mitmachen. Oder Mama oder Papa muss selbst mit Sport treiben! Ein Nicht-Mitspieler nimmt die Stoppuhr zur Hand und schreibt die Rundenzeiten auf.
Ein Parcours lässt sich wunderbar mit Stühlen aufbauen, über die abwechselnd gestiegen und drunter durchgeklettert werden muss. Variieren Sie dabei die Abstände der Stühle, um einen neuen Schwierigkeitsgrad zu erreichen. Danach müssen die Kinder die Treppen hochflitzen und dabei entweder beide Füße immer auf eine Stufe stellen, eine Stufe auslassen, die Treppe hochlaufen, auf allen Vieren oder hüpfend bewältigen.

Vielleicht fällt Ihnen noch eine Aufgabe ein, die nach der Treppe erledigt werden muss? Sie können hier auch Rechenaufgaben einbinden, das Ergebnis zeigt dann die Anzahl der Schritte, die bis zur nächsten Aufgabe gemacht werden müssen.

Video: Sebastians Geburtstag Schatzsuche

Schatzsuche veranstalten

Fast alle Kinder lieben eine gute Schatzsuche und sind hier immer mit Feuereifer dabei, wenn es heißt, dass nun ein Schatz gefunden werden muss (den es natürlich auch geben sollte!). Hinterlassen Sie kleine Hinweise, wenn die Kinder schon lesen können, oder gehen Sie mit und lesen Sie die Hinweise vor. Schicken Sie die Kinder quer durch das ganze Haus, lassen Sie sie die Treppen hoch- und runterlaufen, unter dem Bett forschen und die Spielzeugkisten durchgraben.

Vielleicht können auch hier kleine Denkaufgaben eingebaut werden? Seien Sie kreativ und bereiten Sie die Schatzsuche ein wenig vor, dann werden alle Beteiligten ihren Spaß haben. Wie der Schatz dann aussieht, bleibt Ihnen überlassen. Vielleicht legen Sie ein paar neue Behälter zum Seifenblasen machen in die Kiste, vielleicht ein paar Süßigkeiten, Überraschungseier oder Kinokarten?

Nicht immer eignet sich das Haus, um für ausreichend Bewegung bei den Kindern zu sorgen. Dann besuchen Sie doch einfach einen Indoorspielplatz in Ihrer Nähe! (#03)

Nicht immer eignet sich das Haus, um für ausreichend Bewegung bei den Kindern zu sorgen. Dann besuchen Sie doch einfach einen Indoorspielplatz in Ihrer Nähe! (#03)

Indoorspielplatz besuchen

Nicht immer eignet sich das Haus, um für ausreichend Bewegung bei den Kindern zu sorgen. Dann besuchen Sie doch einfach einen Indoorspielplatz in Ihrer Nähe! Das Schöne daran: Sie können sich beruhigt zurücklehnen, eine Tasse Kaffee oder Tee trinken und die Kleinen toben lassen. Ab und an sollten Sie ein Foto machen, damit Sie diesen schönen Tag für später festhalten können. Den Ausflug zum Indoorspielplatz übernehmen übrigens auch gern die Großeltern, denn sie lieben oft Beschäftigungen, bei denen die Kleinen Spaß haben, sie sich selbst aber nicht zu stark bewegen müssen.

Wenn das Wetter auch nur halbwegs mitspielt, sollten Kinder am besten im Freien toben. (#04)

Wenn das Wetter auch nur halbwegs mitspielt, sollten Kinder am besten im Freien toben. (#04)

Spiele für draußen finden

Wenn das Wetter auch nur halbwegs mitspielt, sollten Kinder am besten im Freien toben. Hier werden sie kreativ, entdecken die Natur, kleine und große Tiere, spielen mit Naturmaterialien oder finden die tollsten Ideen für ihre Spielzeuge von drinnen.

Folgende Tipps können Ihnen helfen, wenn Sie Kinder in der Natur beschäftigen wollen:

  • Ins Freibad gehen
  • Picknick mit selbst gebackenem Kuchen veranstalten
  • Wandern gehen
  • Blumensträuße pflücken
  • Eine Fahrradtour mit Picknick am See oder im Wald
  • Papierflugzeuge basteln und starten lassen
  • Wettrennen mit ferngesteuerten Autos veranstalten
  • Ein Baumhaus bauen
  • Mit Straßenkreide malen
  • „Kunst in der Natur“: Bilder mit Rinde, Steinen, Stöcken usw. legen und abfotografieren
  • Bilder nach dem Vorbild von Baum, Haus, Tier usw. malen
  • Ein Zoobesuch
  • Enten füttern
  • Wolken beobachten und interpretieren
  • Ein Zelt aufbauen und dort übernachten
  • Ein Floß bauen

Video: Ein Baumhaus um die Äste herum gebaut | MDR um 4 | MDR


Es gibt unzählige gute Möglichkeiten, wie Sie ein Kind in der Natur gut beschäftigen können. Meist finden die Kleinen auch selbst zu tollen Ideen und brauchen nur ein wenig Unterstützung. Außerdem sollten Sie lernen, ein Auge zuzudrücken und nicht bei jedem Schritt eine Verletzung vermuten. Lassen Sie das Kind ruhig mit dem Hammer arbeiten, wenn ein Baumhaus gebaut wird. Vorausgesetzt, es ist nicht erst zwei Jahre alt und die Hand-Augen-Koordination stimmt. Wie stolz wird der Nachwuchs sein, wenn er etwas selbst gebaut hat! Greifen Sie auch dann nicht ein, wenn das Gebilde windschief und wackelig wird, das spielt erst einmal keine Rolle.

Ist der Nachwuchs im Bett, können immer noch kleine Korrekturen erfolgen, die den Bau vor dem Umstürzen bewahren. Solche Arbeiten sind nicht nur gegen Langeweile gut, sondern stärken das Selbstbewusstsein und das Selbstvertrauen der Kinder ungemein. Sie erfahren, dass sie selbst etwas mit ihren Händen erschaffen können, leben Fantasie und Kreativität aus und erfinden immer wieder neue Spiele, die bestenfalls mit den Nachbarskindern oder Schulfreunden zusammen gespielt werden können.

Apropos andere Kinder: Wenn Ihr Kind keine Geschwister hat, versuchen Sie, Treffen mit anderen Kindern für die Ferien zu organisieren. Gehen Sie dafür auf den Spielplatz oder laden Sie Kindergarten- und Schulfreunde ein!


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: alexkatkov  -#01: Oksana Kuzmina  -#02: Iakov Filimonov  -#03: volkovslava  -#04: Romrodphoto



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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