Verhaltensregeln für Kinder: Feste Regeln, entspanntes Familienleben

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Verhaltensregeln für Kinder sind von großer Bedeutung: Sie erleichtern das Zusammenleben in der Familie und schaffen Orientierung. Doch wie genau sollte man seinem Nachwuchs Grenzen vermitteln?

Verhaltensregeln für Kinder: Gesundes Mittelmaß

Feste Regeln – und dabei trotzdem ein entspanntes, angenehmes Familienleben. So wünschen es sich viele Eltern. Um das zu erreichen, empfehlen heute die meisten Erziehungs-wissenschaftler und Pädagogen zwar klar definierte Grenzen sowie Verhaltensregeln für die Kinder. Allerdings ohne die Kleinen dabei völlig einzuschränken – und damit das Prinzip „Zucht und Ordnung“ zum Leitgedanken der Erziehung zu erheben. Vielmehr brauchen Kinder ihre Freiheiten und Freiräume zur eigenen Gestaltung, aber eben bei gleichzeitigem Aufzeigen – sinnvoller – Regeln. Die Rede ist also von einem gesunden Mittelmaß aus den beiden Extremformen der Erziehungsstile: Autoritär und anti-autoritär bzw. „laissez-faire“.

Weder eine starr angewandte autoritäre Erziehung – gekennzeichnet u.a. durch Strenge, Gebote, Belohnung und Bestrafung – ist förderlich für die kindliche Entwicklung. Noch die komplett von Normen und Zwängen befreite, anti-autoritäre Erziehung(heute oft auch als demokratische oder liberale Erziehung bezeichnet). Laut Experten können sich durch diese starren, einseitigen Methoden, die Kinder später z.B. emotional vernachlässigt fühlen (bei autoritärer Erziehung). Oder aber es besteht die Gefahr, dass sie sich zu Einzelgängern ohne ausgeprägtes Sozialverhalten, entwickeln (bei der „laissez-faire“-Methode).

Wenn es darum geht, im familiären Alltag Verhaltensregeln für Kinder aufzustellen und – vor allem – adäquat zu vermitteln, sollten sich Eltern immer eines klar machen: Es ist völlig normal, dass sich Kinder zunächst gegen Verbote auflehnen. (#01)

Wenn es darum geht, im familiären Alltag Verhaltensregeln für Kinder aufzustellen und – vor allem – adäquat zu vermitteln, sollten sich Eltern immer eines klar machen: Es ist völlig normal, dass sich Kinder zunächst gegen Verbote auflehnen. (#01)

Verhaltensregeln: Natürliche Reaktion auf Gebote

Wenn es darum geht, im familiären Alltag Verhaltensregeln für Kinder aufzustellen und – vor allem – adäquat zu vermitteln, sollten sich Eltern immer eines klar machen: es ist völlig normal, dass sich Kinder zunächst gegen Verbote auflehnen. Denn die wenigsten Kinder akzeptieren ein „Nein“ der Eltern, ohne irgendwann dagegen zu protestieren. Oder sich – in Form von lautstarken Protesten, Schreien oder Weinen – strikt dagegen aufzulehnen. Dieses kindliche Verhalten ist die Norm und nicht die Ausnahme. Und: Es richtet sich in aller Regel nicht gegen die jeweilige Person bzw. Personen (in diesem Fall die Eltern). Eltern dürfen diese ablehnende Haltung ihrer Kinder gegenüber den formulierten Verhaltensregeln, also nicht persönlich nehmen.

Kinder verhalten sich und leben nach dem Lustprinzip, gerade in den ersten Jahren. Was ihnen gefällt und gut tut, wird gemacht. Zu objektiven Abwägungen und reflektierten Überlegungen, was für sie gut und schlecht ist, sind sie noch nicht fähig. Entscheidend also ist, sich von den negativen Reaktionen nicht davon abhalten zu lassen, die Verhaltensregeln für die Kinder weiterhin durchzusetzen.

Warum sind Regeln für Erziehung so wichtig?

Doch warum sind Verhaltensregeln für Kinder eigentlich so eminent wichtig für das Zusammenleben sowie ein faires, ausgewogenes Miteinander? Eigentlich wäre es doch viel einfacher, jeder Zurechtweisung und Diskussion mit dem Kind aus dem Weg zu gehen und es einfach „machen zu lassen“. Hinzu kommt, dass es vielen Eltern schwer fällt, ihre Kinder zu schimpfen und ihnen für künftiges Verhalten Grenzen zu setzen.

Ohne diese Gebote und festen Regeln jedoch, sorgt dieses „grenzenlose Gewähren lassen“ aber für eine bestimmte Form der Vernachlässigung: Es fehlt den Kindern im Alltag an Sicherheit und Leitlinien, an die sie sich richten können. Verhaltensregeln für Kinder bieten genau diese Orientierung und wegweisende Richtschnur („Hier geht’s lang“, „So ist es richtig“).

Weitere positive Folgen bzw. Aspekte von festen Normen im Alltag:

  • Regeln sorgen für Halt und öffnen dennoch Freiräume
  • sie bieten Zuverlässigkeit und Geborgenheit
  • und sorgen dafür, dass man später besser mit Krisen umgehen kann
Mindestens ebenso wichtig wie die Tatsache, dass Eltern Verhaltensregeln für Kinder definieren und umsetzen müssen, ist die Art und Weise der Vermittlung.(#02)

Mindestens ebenso wichtig wie die Tatsache, dass Eltern Verhaltensregeln für Kinder definieren und umsetzen müssen, ist die Art und Weise der Vermittlung.(#02)

Art der Vermittlung ebenso entscheidend

Mindestens ebenso wichtig wie die Tatsache, dass Eltern Verhaltensregeln für Kinder definieren und umsetzen müssen, ist die Art und Weise der Vermittlung. Also, wie die Normen und Gebote kommuniziert werden. Damit Kinder die ausgesprochenen Verhaltensregeln auch wirklich lernen und verinnerlichen, müssen sie den Sinn verstehen. Und den Nutzen dahinter.

Beispiel: „Jacken gehören an die Garderobe und nicht auf den Boden, damit man nicht darüber stolpert und es in der Wohnung ordentlich aussieht.“Und diese Grenzen verstehen Kinder am ehesten, wenn ihnen der Grund für die Verhaltensregeln langsam und verständnisvoll erklärt wird.

Ebenso wichtig bei der Kommunikation sind:

  • eine zugewandte, aber dennoch liebevolle Übermittlung
  • Augenkontakt
  • ein ernster Gesichtsausdruck
  • deutliche, einfache Sprache und Worte

Verhaltensregeln: Für Kinder ist Wiederholung wichtig

Am besten lernen und verinnerlichen die Kinder die „neuen“ Verhaltensregeln durch die gute, alte „Redundanz“, also die Wiederholung. Denn wir selber wissen aus unserer eigenen Schulzeit, dass neu Gelerntes durch häufiges Wiederholen besonders gut verinnerlicht wird. Im erzieherischen Alltag heißt das also: Die Verhaltensregeln für die Kinder durchaus öfter und kurz hintereinander wiederholen, dann lernen die Kleinen schneller und behalten so die vermittelten Botschaften länger.

Auch sollten Eltern darauf achten, bei „Regelverstößen“ entsprechend zu handeln. Stichwort: Konsequenzen. Denn ohne Konsequenzen, bringt jede noch so sinnvoll erscheinende Regel nichts. Ein Beispiel: Die Eltern vermitteln dem Kind, dass es um 20 Uhr ins Bett muss, um am nächsten Morgen ausgeschlafen zu sein (der Sinn hinter dem Gebot).

Wenn die Eltern bald allerdings anfangen, diese Norm zu „verwässern“ und das Kind wieder öfter spät ins Bett gehen lassen, ist die Verhaltensregel sinn- und zwecklos. Geben sie ständig nach, ist der Lerneffekt gleich null. Und die Kleinen werden die Eltern auf die lange Sicht nicht mehr ernst nehmen. Ihnen wird allmählich klar, dass Mama und Papa ihre Meinung ohnehin alle paar Tage ändern. Für die Glaubwürdigkeit von Eltern nicht gerade förderlich.

Verhaltensregeln für Kinder können sich auf nahezu alle Bereiche des täglichen Zusammenlebens in der Familie, beziehen. Dabei gibt es heikle Themen und bestimmte Situationen, die in eigentlich jeder Familie früher oder später Mal zu Streit führen. (#03)

Verhaltensregeln für Kinder können sich auf nahezu alle Bereiche des täglichen Zusammenlebens in der Familie, beziehen. Dabei gibt es heikle Themen und bestimmte Situationen, die in eigentlich jeder Familie früher oder später Mal zu Streit führen. (#03)

Verhaltensregeln für Kinder: Ausgewählte Situationen

Verhaltensregeln für Kinder können sich auf nahezu alle Bereiche des täglichen Zusammenlebens in der Familie, beziehen. Dabei gibt es heikle Themen und bestimmte Situationen, die in eigentlich jeder Familie früher oder später Mal zu Streit führen. Und deshalb klar formulierte Normen und Regeln nötig werden. Ganz klassische Beispiele hierfür sind natürlich die Schlafenszeiten, TV- oder Computer-Zeiten und wenn es ums Essen oder die Hausaufgaben geht.

Dabei sollte man nicht der Versuchung erlegen, Verhaltensregeln für Kinder bei jeder Kleinigkeit aufzustellen. Nicht der ganze Tag darf Normen und Gesetzen unterworfen sein, denn sonst erdrückt einen das Korsett aus Regeln. Und dann gibt es überhaupt keine Freiräume mehr. Wichtig ist, eindeutige Absprachen nur für solche Situationen zu definieren, die den meisten Streit verursachen. Denn es geht nicht darum, dass sich das Kind in allen Alltagssituationen perfekt verhält. Dafür sollte man sich mit dem Partner zusammen genau überlegen, welche Situationen das sind.

Vorgehensweise beim Definieren von Geboten

Beim Aufstellen von Verhaltensregeln für die Kinder, sollte also immer das gemein-schaftliche Definieren und Erörtern an erster Stelle stehen. Was wollen wir ändern? In welchen Momenten und Situationen im Alltag, kommt es immer wieder zu Ärger? Das ist wichtig für das Kind, um die erwünschten Verhaltensregeln – in den entsprechenden, kritischen Momenten – zu lernen und das Zusammenleben in der Familie letztlich harmonischer zu gestalten.

Beispiele: Will ich, dass mein Kind aufhört mit dem Essen zu spielen? Soll es zeitig ins Bett gehen oder täglich nur noch maximal eine Stunde Fern sehen? Oder möchte ich, dass es sich im Umgang mit anderen Kindern sozialer und fairer verhält?

Danach gilt es, folgende Fragen zu beantworten:

  • was ist mir persönlich in der entsprechenden Situation wichtig?
  • was erwarte ich von meinem Kind bzw. wie soll es reagieren?
  • welche Verhaltensregeln kann ich für meine Kinder aufstellen und wie
    sollte ich sie meinen Kindern am ehesten vermitteln? (Siehe Absatz „Art der Vermittlung)

Mit dieser „Checklist“ sollte es auf die lange Sicht in den kritischen Situationen, nicht mehr zu anstrengenden, langwierigen Diskussionen und Streit mit den Kleinen kommen


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Littlekidmoment  -#01: lightwavemedia   -#02: Ivan Marjanovi-#03: wavebreakmedia



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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