Umschulung zum Erzieher/zur Erzieherin: Voraussetzung, Förderung, Finanzierung, Tricks

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Wer eine Umschulung zum Erzieher/Erzieherin plant, muss nicht zwingend arbeitslos oder von Arbeitslosigkeit bedroht sein. Auch Berufstätige können eine berufsbegleitende Umschulung machen. Diese ist unter Umständen förderfähig.

Umschulung zum Erzieher: Voraussetzungen für die Maßnahme

Der Ruf nach qualifizierten Fachkräften wird immer lauter und so verwundert es nicht, dass auch die Menge derjenigen, die eine Umschulung planen und künftig als Erzieherin oder Erzieher tätig sein wollen, beständig wächst. Doch neben den Fragen zur Finanzierung spielen auch die gegebenen Voraussetzungen eine Rolle für die geplante Maßnahme.

In allen Fällen aber ist eine Online Umschulung ideal, denn diese kann bequemer in den Alltag integriert und auch berufsbegleitend absolviert werden.

Voraussetzungen für eine Umschulung

Um an einer Umschulung teilzunehmen, muss eine Ausbildung vorhanden sein. Dabei ist es unter Umständen auch möglich, mit einer abgebrochenen Ausbildung oder einem nicht beendeten Studium an der Umschulungsmaßnahme teilzunehmen.

Im Allgemeinen wird jedoch vorausgesetzt, dass eine abgeschlossene Erstausbildung vorliegt und der Betreffende von Arbeitslosigkeit bedroht ist oder bereits den Job verloren hat. Auch vorliegende Krankheiten oder Behinderungen können eine Umschulung nötig machen.

Tipp: Wer ohne eine Ausbildung den Beruf der Erzieherin erlernen möchte, kann sich für die reguläre Ausbildung entscheiden. Diese dauert normalerweise drei Jahre, kann unter bestimmten Umständen aber verkürzt werden.

§ 81 Abs. 2 Nr. 2 SGB III sieht exakte Regelungen für die Umschulung ohne vorliegenden Berufsabschluss vor. Darin heißt es, dass Personen ohne vorliegenden Berufsabschluss und ohne bisher absolvierte dreijährige Berufspraxis nur dann gefördert werden können, wenn eine Berufsausbildung oder berufsvorbereitende Bildungsmaßnahme aus Gründen, die in ihrer Person liegen, nicht möglich ist. Auch eine Unzumutbarkeit der Ausbildung kann eine Voraussetzung für die Umschulung sein bzw. die Ausbildung in einem sogenannten Engpassberuf.

Video: Daniel – Umschulung zum Erzieher

Umschulung zur Erzieherin: Wichtige persönliche Voraussetzungen

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen gut für die Tätigkeit als Erzieher oder Erzieherin geeignet.

Wichtig ist es daher, sich vor der Planung der Maßnahme für die Berufsinhalte zu interessieren. Die Betreffenden sollten sich mit dem Alltag im Kindergarten vertraut machen und eigene Interessen hinreichend hinterfragen.

Interesse sollte unter anderem an diesen Arbeitsinhalten bestehen:

  • sozial-beratende Tätigkeiten
  • kreativ-gestaltende Tätigkeiten
  • praktische Arbeiten
  • verwaltend-organisatorische Tätigkeiten

Wer gern mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren (oder jünger) arbeitet, diese fördern und betreuen möchte, kommt für den Erzieherberuf durchaus infrage. Eine Umschulung kann der richtige Weg sein. Tätigkeiten sind in Kindergärten und Horten, Heimen und Jugendzentren, Erziehungswohnheimen und Tagesstätten usw. möglich.

Wichtig: Der Erzieherberuf kann auch körperlich anstrengend sein. Der gesamte Bewegungsapparat sowie die Wirbelsäule sollten belastbar sein, unregelmäßige Arbeitszeiten tolerierbar. Wer die Umschulung zur Erzieherin absolvieren möchte, sollte zudem ein ungestörtes Sprechvermögen, ein intaktes Hör- und Sprachverständnis sowie ein gutes Sehvermögen aufweisen. Zudem ist eine gewisse Stressresistenz nicht unwichtig.

Ein schöner Beruf mit Kindern zu arbeiten, ihre Entwicklung zu sehen. ( Foto: Shutterstock- LightField Studios_)

Ein schöner Beruf mit Kindern zu arbeiten, ihre Entwicklung zu sehen. ( Foto: Shutterstock- LightField Studios_)

Bewilligung der Umschulung zur Erzieherin (Video)

Wer die Förderung für eine Umschulung zum Erzieher beantragt, bringt im Idealfall bereits Erfahrung in sozialen Berufen mit. Dabei muss es sich nicht um eine feste Berufsausbildung handeln, sondern auch ein Freiwilliges Soziales Jahr, entsprechende Praktika oder ehrenamtliche Tätigkeiten können maßgeblich sein und für eine Entscheidung herangezogen werden.

Teilweise wird eine einschlägige Berufserfahrung verlangt, wobei diese nicht zwingend auf einen entsprechenden Ausbildungsberuf basieren muss.

Viele wünschen sich, den Erzieherberuf als Quereinsteiger ausüben zu können. Auch das ist möglich, wobei hier häufig eine Berufsausbildung mit praktischer Erfahrung in einem verwandten Berufsbereich verlangt wird.

Pädagogische Fachkenntnisse müssen nicht vorhanden sein, diese können in einem entsprechenden Fachseminar erworben werden. Statt des Quereinstiegs ist jederzeit die Umschulung möglich, diese wiederum vermittelt auch die nötigen Pädagogikkenntnisse. Im Idealfall liegt wenigstens der mittlere Bildungsabschluss vor.

Wer die Umschulung zum Erzieher verkürzen möchte, muss bereits die nötigen Vorkenntnisse mitbringen. Diese können zum Beispiel durch ein Studium (auch abgebrochen) in dem jeweiligen Fachbereich oder durch eine Ausbildung erworben worden sein.

Video: Gedanken einer Erzieherin | Panorama 3 | NDR

Umschulung zur Erzieherin: Inhalte, Dauer und Verdienst

Um als Erzieherin oder Erzieher arbeiten zu können, muss eine Abschlussprüfung absolviert werden. Zumindest dann, wenn sich jemand „Staatlich geprüfter Erzieher“ nennen möchte. Im Rahmen einer Umschulung wird ebenfalls eine Prüfung abgelegt. Quereinsteiger besitzen freilich keinen solchen Abschluss, sie dürfen den genannten Titel daher auch nicht führen.

Dauer der Umschulung

Die Umschulung zur Erzieherin dauert in der Regel zwei Jahre, aus wichtigen Gründen kann sie aber auch verlängert werden. Solche Gründe können zum Beispiel in einer Erkrankung oder in persönlichen Ereignissen bestehen.

Die genannte Zeit bezieht sich auf eine Umschulung in Vollzeit. Wer diese in Teilzeit absolvieren möchte, muss drei bis vier Jahre bis zum Abschluss einplanen. Allerdings akzeptieren nicht alle Kindergärten, in denen der praktische Teil der Ausbildung absolviert wird, eine solche Teilzeittätigkeit. Eine vorherige Absprache ist nötig.

Inhalte der Umschulung zur Erzieherin

Im Unterricht werden die nötigen Kenntnisse rund um Erziehung und Erziehungsmaßnahmen der Kinder behandelt.

Es geht unter anderem um diese Themen:

  • Persönlichkeitsentwicklung der Kinder
  • Entwicklungsmöglichkeiten
  • Bildungs- und Betreuungsmaßnahmen in der Einrichtung
  • Kompetenzen der Kinder
  • Erfüllung von Bedürfnissen

Auch gruppendynamische Prozesse sowie die Unterstützung in Konfliktsituationen zählen zu den Wissensinhalten, die im Rahmen der Umschulung zum Erzieher behandelt werden. Darüber hinaus geht es um das Erkennen von Gesundheitsstörungen und gesundheitlichen Einschränkungen bei Kindern und Jugendlichen sowie um die Weiterentwicklung von Kindern verschiedener Altersstufen.

Hinzu kommt die praktische Ausbildung, in der Wissensinhalte zur Beschäftigung von Kindern und Jugendlichen vermittelt werden. Die Förderung der Sprachentwicklung, der motorischen Fähigkeiten und die Zusammenarbeit mit den Eltern und verschiedenen Institutionen sind nur einige Inhalte der Umschulung.

Im Rahmen von Praktika werden die erworbenen Kenntnisse im Alltag angewendet, wobei die Teilnehmer an der Umschulungsmaßnahme hier einen sehr guten Einblick in ihren späteren Tätigkeitsalltag bekommen.

Wer sich für eine Umschulung interessiert sollte sich vorher auch nach den Verdienstmöglichkeiten erkundigen. ( Foto: Shutterstock-realpeople )

Wer sich für eine Umschulung interessiert sollte sich vorher auch nach den Verdienstmöglichkeiten erkundigen. ( Foto: Shutterstock-realpeople )

Nach der Umschulung zur Erzieherin: Der mögliche Verdienst

Die Gehälter von Erzieherinnen und Erziehern in Deutschland sind sehr verschieden, denn sie werden vom Träger der jeweiligen Einrichtung festgelegt. Rund ein Drittel aller Erzieher arbeitet bei öffentlichen Trägern, die natürlich auch über das Gehalt bestimmen.

Die Vergütung wird dann entsprechend des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst festgelegt. Derzeit schwanken die Gehälter in dieser Gruppe zwischen 2.800 und 3.900 Euro brutto im Monat, wobei eine Kita-Leiterin, die ihren Posten seit vielen Jahren besetzt, deutlich über 4.000 Euro im Monat verdienen kann.

Einsteiger hingegen werden deutlich niedriger bezahlt und müssen teilweise mit weniger als 2.000 Euro brutto im Monat auskommen, wenn sie nicht nach dem Tarifvertrag bezahlt werden. Kindergärten, deren Träger kirchliche Einrichtungen sind, oder Kitas mit einem freien Träger haben zum Teil gänzlich verschiedene Gehaltsstufen.

Die Finanzierung der Umschulung zum Erzieher: Mögliche Förderungen (Video)

In der Regel wird eine Umschulung zur Erzieherin gefördert, wenn der Betreffende von der Arbeitslosigkeit bedroht oder bereits arbeitssuchend ist. Doch auch ohne die Erfüllung dieser beiden Kriterien ist entsprechend § 82 SGB III eine Förderung möglich.

Wer noch berufstätig ist, kann die Förderung bei einem Arbeitgeber beantragen, er muss die Kosten für die Umschulungsmaßnahme anteilig mittragen. Dies gilt jedoch nur, wenn die Maßnahme für den eigenen Betrieb sinnvoll ist. Wer sich als Handwerker einer Umschulung zum Erzieher unterziehen möchte, wird schwerlich von seinem Chef eine Kostenbeteiligung erwarten dürfen.

Tipp: Bei einer Förderung muss der Umschüler meist keine Sorge um die Kosten haben, denn die Maßnahme wird zu 100 Prozent gefördert. Wird die Umschulung aber abgebrochen und ist der Abbruch selbst verschuldet, wird der Betreffende meist zu einem gewissen Anteil an den Kosten herangezogen.

Wie hoch dieser Anteil ist, wird individuell verschieden festgelegt und hängt auch vom Fortschritt der Maßnahme ab. Entsprechende Auskünfte gibt das Arbeitsamt oder das Jobcenter heraus.

Sowohl Erzieher als auch Erzieherinnen sind gefragte Berufe ( Foto: Shutterstock-Oksana Kuzmina )

Sowohl Erzieher als auch Erzieherinnen sind gefragte Berufe ( Foto: Shutterstock-Oksana Kuzmina )

Förderung über den Bildungsgutschein

Die Nachfrage nach Erziehern und Erzieherinnen ist groß, daher ist die Wahrscheinlichkeit, die Umschulung über einen Bildungsgutschein gefördert zu bekommen, sehr groß.

Wichtig ist, das Gespräch mit dem zuständigen Sachbearbeiter gut vorzubereiten, sodass dieser keine Zweifel an dem Vorhaben und an der Eignung des Antragstellers hat.

Wichtig ist zudem eine abgeschlossene Berufsausbildung, die bestenfalls im sozialen Bereich absolviert wurde, was jedoch nicht zwingend ist. Des Weiteren ist die Zusage eines Kostenträgers nötig. Dieser stellt die Finanzierung der Umschulungsmaßnahme sicher.

Der Sachbearbeiter bescheinigt das Vorliegen der Voraussetzungen für die Förderung über einen Bildungsgutschein, wobei dieser Gutschein zeitlich befristet, auf eine bestimmte Region oder auf das Erreichen eines festen Bildungsziels ausgelegt sein kann.

Wichtig: Bitte nie auf die Ausstellung des Bildungsgutscheins verzichten, denn dort werden wichtige Randbedingungen zur Kostenübernahme der Umschulung genannt.

Dazu gehören unter anderem:

  • Erfüllung der Voraussetzungen zur Nutzung des Bildungsgutscheins
  • Gültigkeit des Bildungsgutscheins
  • Nennung der konkreten Maßnahme, die gefördert wird

Der Antrag auf Ausstellung eines Bildungsgutscheins muss bei dem gewählten Kostenträger gestellt werden. Danach muss das Arbeitsamt oder das Jobcenter den Gutschein ausstellen.

Tipp: Auch wenn der Job des Erziehers als reiner Frauenberuf gilt, werden es heute doch mehr und mehr männliche Umschüler, die sich die berufliche Zukunft mit Kindern vorstellen können. Für die Kinder ein Pluspunkt, profitieren sie doch von der Betreuung sowohl von Frauen als auch von Männern.

Wichtig: Wer die Umschulung zur Erzieherin über das Jobcenter oder über die Agentur für Arbeit fördern lassen möchte, muss eine berufspsychologischen Test absolvieren. Dadurch soll dem Interessenten vermittelt werden, welche fachlichen Inhalte auf ihn zu kommen können, außerdem soll festgestellt werden, ob der Betreffende für die Umschulung überhaupt geeignet ist.

Es geht dabei vor allem um die berufliche Belastbarkeit. Individuell kann es möglich sein, dass ein Einspruch gegen das Testergebnis eingelegt wird, wenn der Test nicht bestanden wurde. Hier ist allerdings die Hilfe eines Anwalts für Sozialrecht nötig, der seine Mandanten bezüglich der anfallenden Kosten sowie der potenziellen Aussichten berät. Jedoch sind Ablehnungen des Antrags auf den Bildungsgutschein äußerst selten.

Video: Erzieher Ausbildung – Das erwartet dich! | ERZIEHERKANAL

Förderung der Umschulung zum Erzieher durch die Agentur für Arbeit

Das Arbeitsamt ist zuständig, wenn der Antragsteller auf eine Förderung noch nicht länger als ein Jahr arbeitslos ist oder wenn dieser als arbeitssuchend gemeldet ist. Auch diejenigen, die noch angestellt sind, wenden sich mit dem Antrag auf Förderung direkt an die Agentur für Arbeit.

Förderung über die Deutsche Rentenversicherung

Wer aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in dem bisherigen Beruf tätig sein kann, kann die Kosten für eine Umschulung zur Erzieherin eventuell von der Deutschen Rentenversicherung übernehmen lassen.

Möglich wird das, wenn sogenannte „Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben und zur beruflichen Rehabilitation“ bewilligt werden. Die Rentenversicherung übernimmt die Kosten allerdings nur in den Fällen, wenn keine speziellen Ausschlussgründe vorliegen, was nach einer eingehenden Beratung bescheinigt wird.

Zur Antragstellung muss ein Termin mit dem zuständigen Sachbearbeiter gemacht werden, dieser möchte zudem alle Befunde zu einer gesundheitlichen Einschränkung vorgelegt bekommen.

Weitere Fördermöglichkeiten

Möglicherweise kommt die Förderung über den Bildungskredit infrage. Dieser ist für alle Umschüler, die das 36. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und die einen berufsqualifizierenden Bildungsgang besuchen, zu beantragen.

Der Bildungskredit wird zu günstigen Konditionen vergeben und gilt unabhängig vom Einkommen. Auch das Einkommen von Eltern oder Ehepartnern wird nicht zur Berechnung herangezogen. Einen Rechtsanspruch auf den Bildungskredit gibt es aber nicht.

Eine weitere Förderungsmöglichkeit besteht in der Weiterbildungsprämie. Diese wird eventuell gewährt, wenn die Umschulung zu einem Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf führt, was bei der Umschulung zum Erzieher der Fall ist. Die Ausbildungsdauer muss für diese Förderung zwei Jahre betragen, eine Zwischen- sowie eine Abschlussprüfung entsprechend der geltenden Berufsgesetze und Ausbildungsverordnungen muss durchgeführt werden.

Wird die Zwischenprüfung bestanden, gibt es 1.000 Euro über die Weiterbildungsprämie, bei einer bestandenen Abschlussprüfung noch einmal 1.500 Euro. Entsprechende Informationen gibt die Agentur für Arbeit heraus.

Erzieher sein bedeutet mit Kindern in jedem Alter zu arbeiten. ( Foto: Shutterstock-Gorodenkoff)

Erzieher sein bedeutet mit Kindern in jedem Alter zu arbeiten. ( Foto: Shutterstock-Gorodenkoff)

Wichtige Tipps und Tricks für angehende Erzieher

Die Umschulung ist nicht immer ein ganz geradliniger Weg. Wer als Erzieherin arbeiten möchte, muss sich im Dschungel der möglichen Förderungen ebenso zurechtfinden wie bei den verschiedenen Angeboten. Online oder nicht? Statt einer Umschulung ein Studium absolvieren? Möglichkeiten gibt es viele und die meisten davon führen zum anerkannten Beruf der Erzieherin.

Tipps zur Bewerbung für einen angehenden Erzieher

Wer sich als Erzieherin oder Erzieher bewerben möchte, muss unbedingt die eigene Leidenschaft für die Arbeit mit Kindern im Bewerbungsschreiben hervorheben. Welche Qualifikationen liegen diesbezüglich vor? Damit ist nicht nur eine Ausbildung in diesem Fachbereich gemeint, sondern auch persönliche Erfahrungen.

Wer selbst Kinder hat, sollte dies unbedingt betonen. Vielleicht wurden in der Vergangenheit auch Erfahrungen beim Babysitten gesammelt, es wurden früher die jüngeren Geschwister oder Kinder aus der Nachbarschaft betreut. Liegen pädagogische Ausbildungen oder entsprechende Fachkenntnisse vor, sollten diese ebenfalls in der Bewerbung zum Erzieher oder zur Erzieherin erwähnt werden.

Wichtige Fähigkeiten, die in die Bewerbung kommen sollten, sind zum Beispiel:

  • gute Beobachtungsgabe
  • Flexibilität in Bezug auf Arbeitszeiten
  • Beherrschen von Musikinstrumenten
  • Interesse an pädagogischen Themen
  • Betreuung von Kindern und/oder älteren Menschen

Des Weitern ist wichtig, dass die Bewerbung logisch aufgebaut wird, weil der zuständige Personaler ansonsten das Wichtigste gar nicht erfährt. Zuerst steht daher das Anschreiben, das auch als Motivationsschreiben bezeichnet wird. Dann folgt eine Auflistung der eigenen Schul- und Berufsausbildung, abschließend werden wichtige Qualifikationen genannt.

Vor allem die Fähigkeiten, die für die Betreuung von Kindern wichtig sind, müssen erwähnt werden. Dazu gehören Basteln, Musizieren, Singen und Malen.

Video: #kurzerklärt: Was verdienen Erzieherinnen?

Tipps für Alternativen zur Umschulung

Wer als Erzieherin oder Erzieher arbeiten möchte, muss nicht zwingend eine Umschulung machen, obwohl dies ein erprobter und sicherer Weg ist, der darüber hinaus noch förderfähig ist.

Möglich ist aber auch das Einschreiben für einen Fernstudiengang im Bereich Soziale Arbeit oder Sozialwesen, in der Alten- oder Heilerziehungspflege, in der Sozialbetreuung oder Sozialpädagogik, um nur einige Beispiele zu nennen. Auch eine berufsbegleitende Ausbildung zum Erzieher oder zur Erzieherin ist möglich, wobei die Interessenten eine Berufsschule besuchen müssen.

Dort erwerben sie das nötige Fachwissen. Die praktische Ausbildung erfolgt dann in den festen Praxisphasen, die mit der eigentlichen Berufstätigkeit in Einklang gebracht werden müssen.

Tipp: Eine Umschulung durch ein Studium zu ersetzen, ist nicht möglich, weil der nötige praktische Bezug fehlt. Sinnvoll ist aber das Belegen eines Studiengang mit dem Schwerpunkt „Frühe Kindheit“, wenn dieses durch ein Praktikum ergänzt wird. Die Studiengänge Kindheitspädagogik und Kindheitswissenschaften werden an verschiedenen Hochschulen deutschlandweit angeboten.

Als Erzieherin nicht in der Kita arbeiten: Weitere mögliche Arbeitsorte für Erzieher

Nicht alle, die Erzieher oder Erzieherin werden wollen, möchten auch in einer Kita oder in einem Schulhort arbeiten. Es gibt aber zahlreiche Alternativen, zu denen unter anderem die Arbeit als Kinderdorfmutter/-vater gehört. Auch Sozialassistenten, Kinderpfleger, Heilerziehungspfleger und Kinderkrankenpfleger werden nach wie vor gebraucht.

Sogar Quereinsteiger haben in diesen Bereichen gute Chancen, einen Job zu finden. Wer sichergehen möchte, erwägt eine Umschulungsmaßnahme oder nimmt an einer schulischen Ausbildung teil. Ebenfalls ist ein flexibles Studium möglich, mit dem berufsbegleitend der Grundstein für den weiteren beruflichen Werdegang gelegt wird.

Trick für mehr Gehalt: Das Bundesland wechseln

Die Entgelte, die Erzieher brutto im Monat erhalten, können sich auch bei Trägern des gleichen Verbandes teilweise deutlich unterscheiden. Die größten Unterschiede werden zwischen den einzelnen Bundesländern sichtbar. In den alten Bundesländern verdienen Erzieher einige Hundert Euro mehr im Jahr als im Osten des Landes.

So kann das Einstiegsgehalt für eine Erzieherin zwischen 22.000 und 23.000 im Jahr schwanken, anderen verdienen bereits zu Anfang deutlich über 30.000 Euro jährlich. Eine ständige Weiterbildung für die persönliche Qualifikation ist eine Möglichkeit, ein höheres Gehalt zu bekommen.

Eine andere könnte ein Umzug sein, was jedoch nur für diejenigen infrage kommen dürfte, die nicht ortsgebunden sind. Wer lange einer Einrichtung angehört bzw. bei einer Gemeinde beschäftigt ist, verdient nicht selten deutlich mehr, weil die Dauer der Betriebszugehörigkeit ebenfalls ausschlaggebend dafür ist, wie hoch das Gehalt ist.

Wer die Kita-Leitung übernimmt und nicht mehr als „einfacher“ Erzieher oder Erzieherin arbeitet, kann mit einem Gehalt von deutlich über 3.000 bis sogar mehr als 4.000 Euro brutto im Monat rechnen.

Wer Interesse an einem Job als Kindergartenleitung hat, diese Stellen sind immer wieder auf diversen Portalen ausgeschrieben. ( Foto: Shutterstock-Diego Cervo )

Wer Interesse an einem Job als Kindergartenleitung hat, diese Stellen sind immer wieder auf diversen Portalen ausgeschrieben. ( Foto: Shutterstock-Diego Cervo )

FAQs zur Umschulung zum Erzieher/zur Erzieherin

Wie lange dauert eine Umschulung zur Erzieherin?

Die Umschulung zur Erzieherin dauert zwei Jahre. Dies gilt unabhängig davon, ob die Maßnahme selbst finanziert oder über Jobcenter/Rentenversicherung/Arbeitsamt gefördert wird.

Was verdient man als Quereinsteiger Erzieher?

Quereinsteiger verdienen als Erzieher das gleiche Gehalt wie andere Erzieher. Gerechnet werden kann mit 2.130 bis 2.750 Euro brutto im Monat, wobei das Gehalt mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit sowie mit der wachsenden Berufserfahrung steigt.

Wie funktioniert eine Umschulung zur Erzieherin?

Die Umschulung zur Erzieherin findet an Berufsfachschulen oder Online-Akademien statt. Durchschnittlich dauert sie zwei Jahre, in denen sowohl theoretisches als auch praktisches Wissen gesammelt wird. Am Ende steht eine Prüfung, die zur Ausübung des Erzieherberufs ermächtigt.

Was verdient man als ungelernte Erzieherin?

Das Einstiegsgehalt für eine ungelernte Erzieherin ist vergleichbar mit dem einer gelernten Fachkraft und startet ab 2.000 Euro aufwärts im Monat. Dabei steigt das Gehalt mit der Dauer der Betriebszugehörigkeit.

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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