Zeitmanagement: Schon für Kinder sinnvoll

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Kinder haben noch häufiger als Erwachsene Schwierigkeiten damit, ihre Zeit richtig einzuteilen. So scheinen die Pflichten die Freizeit zu verdrängen. Das muss aber nicht sein!

Mehr Freizeit durch die richtige Balance zwischen Planung und Flexibilität

Im Alltag lauern viele Zeitfresser, die es schwierig machen, die verschiedenen Aktivitäten gelassen anzugehen. Darum brauchen Kinder die Hilfe Ihrer Eltern, um alles etwas entspannter anzugehen. Die Angst, etwas zu verpassen, wirkt sich dabei eher störend auf das eigene Zeitmanagement aus. Oft übernimmt der Nachwuchs viele Angewohnheiten von den Eltern: Es liegt also an diesen, vernünftig vorzugehen und nicht zu sehr auf Perfektion zu achten. Gerade in einer Familie mit Kindern kommt bei der Planung immer etwas dazwischen.

Die Schulkinder haben oft einen vollen Terminplan. Neben der Schule gibt es noch Musikunterricht, Sport und eventuell noch Nachhilfestunden oder spezielle Förderungen. All diese Aktivitäten sind für sich wertvoll, doch wenn es zu viel wird, leiden die Kinder bald unter der Reizüberflutung. Sie benötigen Freiraum, der nicht verplant werden darf. Langeweile ist erlaubt, denn sie ist es, die zum Träumen anregt und neue Ideen entstehen lässt.

In den USA ist der Begriff „Down Shifting“ entstanden, der frei übersetzt werden kann mit „Runterkommen“. Genau darum geht es: Die Ansprüche etwas drosseln und dadurch die eigenen Ressourcen schonen.

Wer seinen Tagesplan eng getaktet hat, ist in einer Tour gefordert. Das wirkt sich nach einer gewissen Zeit negativ auf die Leistungen aus. Besser ist es, die eigenen Kräfte gezielt einzusetzen und sich nicht bei den schnell aufeinanderfolgenden Aktivitäten zu verausgaben. (#01)

Wer seinen Tagesplan eng getaktet hat, ist in einer Tour gefordert. Das wirkt sich nach einer gewissen Zeit negativ auf die Leistungen aus. Besser ist es, die eigenen Kräfte gezielt einzusetzen und sich nicht bei den schnell aufeinanderfolgenden Aktivitäten zu verausgaben. (#01)

Ein gutes Zeitmanagement verringert die Stressfaktoren

Wer seinen Tagesplan eng getaktet hat, ist in einer Tour gefordert. Das wirkt sich nach einer gewissen Zeit negativ auf die Leistungen aus. Besser ist es, die eigenen Kräfte gezielt einzusetzen und sich nicht bei den schnell aufeinanderfolgenden Aktivitäten zu verausgaben. Was für Sportler gilt, hat inzwischen auch im normalen Leben seine Berechtigung gefunden. Erwachsene achten inzwischen mehr darauf, nicht auszubrennen, und auch Kinder lernen dieses Bewusstwein.

Tatsächlich leiden sehr viele Schüler unter Stresssymptomen: Ständige Kopf- oder Bauchschmerzen sind womöglich ein Warnsignal, dass sie überlastet sind. Die Eltern müssen in einem solchen Fall die Belastungen senken, sonst verlernt der Nachwuchs womöglich den intuitiven Umgang mit der Zeit. Phasen der Entspannung sind im Tagesverlauf enorm wichtig.

Um festzustellen, wie viel Zeit man für eine bestimmte Aufgabe benötigt, hilft der clevere Time Timer. Mithilfe dieser speziellen Uhr kann man seine täglichen Aktivitäten checken. Diese besondere Art der Visualisierung hilft dabei, eine bessere Zeiteinteilung zu erreichen, sei es bei der Erledigung der lästigen Pflichten oder auch bei der Ausübung eines Hobbys.

Die Bedeutung der Prioritäten

Für das individuelle Zeitmanagement gilt es, die eigenen Prioritäten festzulegen. Eltern sind oft der Meinung, dass die Schule die erste Priorität hat. Bei den folgenden Wichtigkeitsstufen sollte das Kind mit einbezogen werden. Fußballspielen oder Klavierstunden, Besuche bei Verwandten oder Treffen mit Freunden: Hier können sich die Prioritäten abwechseln. Wenn man sich in Ruhe mit dem Nachwuchs zusammensetzt und die Einschätzungen zusammenträgt, entsteht eine Prioritätenliste, bei der sicherlich einige Dinge auf der gleichen Stufe stehen.

  • Die wichtigsten Punkte rangieren auf den vorderen Plätzen und benötigen genügend Zeit im Alltag.
  • Unternehmungen der mittleren Priorität sind bei ausreichend Freiraum an der Reihe.
  • Aktivitäten, die weiter unten auf der Liste stehen, sollten genauer betrachtet werden: Entweder sie werden eingeschränkt oder sie fallen ganz weg.

Wie man genau bei der Aufstellung der Liste und beim Streichen der unwichtigen Aktivitäten vorgeht, hängt davon ab, ob das Kind eher einen ruhigen, introvertierten Charakter hat oder sehr aufgeweckt und voller Tatendrang ist und bei vielen Anregungen regelrecht aufblüht.

Einige Schulkinder scheinen ewig vor ihren Hausaufgaben zu sitzen, andere sind schnell damit fertig und schon halbwegs unterwegs zu ihren Freunden. (#02)

Einige Schulkinder scheinen ewig vor ihren Hausaufgaben zu sitzen, andere sind schnell damit fertig und schon halbwegs unterwegs zu ihren Freunden. (#02)

Tipps für das Zeitmanagement bei Schulkindern

Einige Schulkinder scheinen ewig vor ihren Hausaufgaben zu sitzen, andere sind schnell damit fertig und schon halbwegs unterwegs zu ihren Freunden. Manche warten förmlich auf eine Störung und nutzen schon kleine Anlässe für eine Pause. Besonders gefährlich sind die kleinen Beschäftigungen nebenbei, die echte Zeitfresser werden können. Der Blick aufs Handy zeigt, ob eine Nachricht gekommen ist, in der Küche locken Plätzchen, draußen bei den Nachbarn spielen Kinder im Garten: Das stört die Konzentration und die so ersehnte Freizeit rückt in die Ferne. In diesem Fall ist die Unterstützung der Eltern gefragt.

Zunächst sollten die Erwachsenen ihren Kindern beibringen, dass die Hausaufgaben eine wichtige Sache sind, die sich nicht nebenbei erledigen lassen. Damit vermitteln sie ihrem Nachwuchs den Eindruck, etwas Bedeutendes zu tun. Wenn die Hausaufgaben geschafft sind, fühlen sie auch gleich den entsprechenden Stolz darauf.

Als Konzentrationshilfe sollte eine ruhige Arbeitsatmosphäre geschaffen werden. Je weniger Ablenkungen zum Kind durchdringen, umso besser kann es sich konzentrieren. Das bedeutet: Die Geschwister müssen das lernende Kind in Ruhe lassen und auch Telefonate sind in der Lernphase tabu. Wenn das betroffene Schulkind merkt, dass es all diese Kontakte nicht verpasst, sondern dass sie nur auf einen späteren Zeitpunkt verlagert werden, verschwindet das unangenehme Gefühl, es könnte etwas Wichtiges verpassen.

Praktische Hilfe für die Lernphase und fürs Zeitmanagement

Kinder können von ihren Eltern lernen, sich gut vorzubereiten. Das gilt für die Hausaufgaben sowie für das Packen der Sportsachen oder der anderen Dinge, die sie für ihre Hobbys brauchen.

Am Anfang sollten die Eltern mit anpacken, später können sich die Kinder selbst darum kümmern:

  • Vor den Hausaufgaben werden alle nötigen Hefte, Bücher und Stifte bereitgelegt, damit das Kind nicht jeden Weg einzeln machen muss.
  • Ordnung im Schulranzen ist sehr wichtig: So vermeidet man, dass die Überreste von Schulbrot zwischen den Büchern stecken. Am besten wird der Schulranzen schon abends gepackt, und zwar gemeinsam mit dem Kind.
  • Ein ordentliches Kinderzimmer schafft eine gelassene Stimmung. Die klaren Strukturen des Zimmers spiegeln sich oft direkt in den Emotionen der Kinder wider. Beim Aufräumen können die Kinder selbst mitmachen und so ihren eigenen Ordnungssinn entdecken. So ersparen sie sich das lange Suchen.
  • Rituale beim Aufstehen minimieren Hektik und Stress, auch wenn eine Klassenarbeit ansteht. Ein ausgewogenes Frühstück gehört unbedingt dazu und macht die Kinder (und natürlich auch die Erwachsehen) fit für den Tag.
Wenn das Schulkind lieber fernsehen oder spielen möchte, ist es wichtig, hart zu bleiben: Zuerst sind die Hausaufgaben dran, danach kommt der Spaß. (#03)

Wenn das Schulkind lieber fernsehen oder spielen möchte, ist es wichtig, hart zu bleiben: Zuerst sind die Hausaufgaben dran, danach kommt der Spaß. (#03)

Sollen Eltern ihre Kindern beim Lernen kontrollieren?

Diese Frage stellen sich viele Erwachsene. Gerade bei Erstklässlern ist es sinnvoll, beim Kind zu bleiben. Dabei geht es jedoch nicht um die Kontrolle, ob der Nachwuchs alles richtig macht. Wichtiger ist es, Präsenz zu zeigen. Wenn die Mutter dabei eine Zeitschrift liest oder Handarbeiten macht, vermittelt das eine ruhige Stimmung und wirkt sich förderlich auf die Konzentration ein. Dabei sollte man jedoch eventuelle Ablenkungsmanöver des Kindes ablehnen. Wenn das Schulkind lieber fernsehen oder spielen möchte, ist es wichtig, hart zu bleiben: Zuerst sind die Hausaufgaben dran, danach kommt der Spaß.

Auf diese Weise können die Kinder ein wenig Selbstdisziplin erlernen. Diese ist wichtig, um in der Schule voranzukommen, außerdem hilft sie auch beim eigenen Zeitmanagement. Wer schon in der Schulzeit erfahren hat, wie man die Zeit gut einteilt und effektiv die Aufgaben bewältigt, der kommt später oft im Berufsleben besser klar.

Zeitmanagement im Alltag

Kinder, die herumtrödeln, gehen der Familie oft sehr auf die Nerven. Sie haben Probleme damit, eine bestimmte Aufgabe innerhalb des geplanten Zeitraums zu erledigen. Möglicherweise beginnen sie sogar mit Begeisterung mit der Arbeit, schweifen dann jedoch schnell ab. Sie träumen aus dem Fenster hinaus oder fangen etwas anderes an, nur um sich bald darauf wieder einer anderen Tätigkeit zu widmen.

Diese verträumte und trödelige Art äußert sich oft auch darin, dass diese Trödelliesen ihre Sachen irgendwo vergessen und nicht wiederfinden. Entsprechend viel Zeit geht für die Suche drauf. Darum ist es wichtig, seinem Nachwuchs ein paar wesentliche Tipps mitzugeben, wie sich so etwas vermeiden lässt. Ein kleiner Plan zur Verinnerlichung ist immer nützlich. Schimpfen hilft meistens wenig. Man sollte sich bewusst machen, dass die etwas träumerischen Kinder nicht so vergesslich und geistesabwesend sind, weil sie einen ärgern wollen.

Wer mit seinem Nachwuchs spricht, vermeidet, dass in den späteren Schuljahren ein echtes Problem daraus wird. Ein wenig Disziplin und auch Humor helfen dabei, selbst mit den persönlichen Eigenarten klarzukommen und an sich zu arbeiten.

Ein Unterhaltungsprogramm von den Eltern oder vom Fernseher mag ganz lustig sein, doch gesünder ist es, wenn die Kinder sich auch einmal alleine beschäftigen können. (#04)

Ein Unterhaltungsprogramm von den Eltern oder vom Fernseher mag ganz lustig sein, doch gesünder ist es, wenn die Kinder sich auch einmal alleine beschäftigen können. (#04)

Was passiert mit der gewonnenen Freizeit?

Das Zeitmanagement hat funktioniert und dem Kind steht viel freie Zeit zur Verfügung. Möglicherweise heißt es jetzt: „Ich langweile mich“. Langeweile ist aber nichts Schlimmes, im Gegenteil. Sie regt die Kinder dazu an, sich etwas Neues auszudenken, um den Freiraum zu füllen. Dafür brauchen viele Kinder nicht einmal Anregungen.

Ein Unterhaltungsprogramm von den Eltern oder vom Fernseher mag ganz lustig sein, doch gesünder ist es, wenn die Kinder sich auch einmal alleine beschäftigen können. Daraus entstehen manchmal witzige Erfindungen und originelle Ideen. Auf jeden Fall hat dieser unverplante, selbst bestimmte Zeitraum – mit oder ohne Langeweile – eine große Bedeutung für die kindliche Entwicklung.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Photographee.eu -#01:  Satyrenko -#02: Syda Productions -#03: Joana Lopes  -#04: Liderina



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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