Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Tipps gegen das schlechte Gewissen

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Mit der Geburt eines Kindes kommt bei vielen Frauen die Überlegung auf, wie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf möglich ist oder ob sie auf die eigene Karriere zugunsten der Kinder verzichten müssen. Diese Fragestellung und der spätere Alltag gehen häufig mit einem schlechten Gewissen und Unzufriedenheit einher.

Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, um sowohl beruflich als auch privat durchzustarten und dabei nicht an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit zu gelangen. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist im Alltag nicht so schwer, wie manche Eltern denken. Es gilt lediglich ein paar grundlegende Regeln einzuhalten und die eigene Einstellung zu hinterfragen.

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist im Alltag nicht so schwer, wie manche Eltern denken. (#01)

Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist im Alltag nicht so schwer, wie manche Eltern denken. (#01)

Die Herausforderung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf

Der Terminplan einer berufstätigen Mutter ist nicht selten mit so vielen Aufgaben gefüllt, dass sich diese an einem Tag nicht erledigen lassen. Neben der täglichen Arbeit inklusive der Anfahrtswege zur Arbeitsstelle muss der Haushalt erledigt werden, die Kinder wollen die Aufmerksamkeit ihrer Mutter und auch Freunde und eigene Hobbys sollen selbstverständlich nicht zu kurz kommen.

Diese hohe Belastung im Alltag und das Wegfallen von Ruhephasen und Erholung können auf lange Sicht krank machen. Übermäßiger Stress beispielsweise fördert die Anlagerung von Fett, was wiederum Gewichtsprobleme auslösen kann. Die Folgen von Übergewicht beeinträchtigen die Gesundheit nachhaltig. Ebenso ist Stress häufige Ursache von Kopfschmerzen, Verspannungen, Verdauungsstörungen und kann im schlimmsten Fall zu psychischen Erkrankungen führen. Wer nicht in diesen Kreislauf geraten möchte, muss daher frühzeitig Prioritäten setzen.

Bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf heißt das, es müssen klar abgegrenzte Zeiträume für die unterschiedlichen Aufgaben geschaffen werden. Ebenso ist meistens eine gute Planung hilfreich, um im Alltag nicht ständig in Stress zu verfallen. In der Praxis spart es jede Menge Zeit, wenn Eltern einmal pro Woche einen Großeinkauf machen, statt jeden Tag für das Abendbrot einige Kleinigkeiten einzukaufen.

Auch die Kinderbetreuung muss gründlich geplant werden. Wer eine Tagesmutter oder einen Kindergarten mit der Betreuung des eigenen Nachwuchses betraut, sollte für den Notfall eine Alternative in der Hinterhand haben. Schließlich können auch Tagesmütter krank werden oder Kindergärten an Streiks teilnehmen und vorübergehend schließen. Hier gerät die Vereinbarkeit von Familie und Beruf an ihre Grenzen, wenn es keine Notlösung gibt.

Das schlechte Gewissen stellt sich bei vielen Müttern schnell nach der Wiederaufnahme ihrer Berufstätigkeit ein. Sie haben oft das Gefühl, nicht allen gerecht werden zu können. Ein großes Problem ist dabei der bewusste oder unbewusste Vergleich mit anderen Müttern. (#02)

Das schlechte Gewissen stellt sich bei vielen Müttern schnell nach der Wiederaufnahme ihrer Berufstätigkeit ein. Sie haben oft das Gefühl, nicht allen gerecht werden zu können. Ein großes Problem ist dabei der bewusste oder unbewusste Vergleich mit anderen Müttern. (#02)

Deshalb haben berufstätige Frauen oft ein schlechtes Gewissen

Das schlechte Gewissen stellt sich bei vielen Müttern schnell nach der Wiederaufnahme ihrer Berufstätigkeit ein. Sie haben oft das Gefühl, nicht allen gerecht werden zu können. Ein großes Problem ist dabei der bewusste oder unbewusste Vergleich mit anderen Müttern. Wenn diese auf dem Spielplatz von den tollen Familienausflügen, dem Karriereschub und dem tadellosen Haushalt berichten, stellt sich schnell Frust ein.

Warum schaffe ich all das nicht so perfekt? Diese Frage geistert allzu oft in den Köpfen von Müttern. Gleichzeitig plagt sie ständig der Gedanke, den eigenen Kindern nicht gerecht zu werden, zu wenig Zeit für gemeinsame Spiele, Ausflüge und Kuscheleinheiten zu haben.

Video: Elternzeit zu Ende – Arbeiten ? Kita? Kindergarten?

Elternzeit: Wertvolle Familienzeit oder Karrierebremse?

Seit dem 1. Januar 2001 haben Eltern die Möglichkeit in Elternzeit zu gehen. Innerhalb der ersten drei Lebensjahre eines Kindes steht den frisch gebackenen Eltern damit eine Auszeit vom Arbeitsalltag zu. Während der Arbeitgeber seinen Angestellten unentgeltlich freistellt, übernimmt der Staat die Zahlung von Elterngeld als Ausgleich zum wegfallenden Einkommen.

Viele Eltern nutzen das Angebot und genießen die ersten Lebensmonate ihres Kindes mit mehr Freizeit und Familienzeit. Allerdings befürchten sowohl Mütter als auch Väter, dass die Elternzeit zur Karrierebremse wird. Die Folge davon ist, dass Väter auf Elternzeit vollständig verzichten und Mütter bereits nach dem Mutterschutz wieder in Vollzeit arbeiten gehen. Bei diesem Modell bleibt nach der Kindesgeburt wenig Zeit für die Familie und der Stresspegel ist für die frisch gebackenen Eltern groß.

Doch auch Mütter, die Elternzeit in Anspruch nehmen, stehen spätestens zu dessen Ende vor einer Entscheidung. Sollen sie wieder in Vollzeit in ihren Beruf einsteigen oder zunächst nur in Teilzeit arbeiten gehen? Jeder Arbeitnehmer in einem mittelgroßen oder größeren Unternehmen hat einen Anspruch auf Arbeitszeitverkürzung, sofern diese die betrieblichen Belange nicht umfangreich schädigt. Es besteht jedoch kein rechtlicher Anspruch darauf, dass diese Mütter nach einer gewissen Zeitspanne von der Teilzeitstelle wieder in eine Vollzeitstelle wechseln.

Aus Angst davor nehmen viele Mütter spätestens nach der Elternzeit wieder in vollem Umfang am Berufsleben teil und stehen dann nicht selten vor den Problemen der Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Hier kann es helfen, dass die Angestellten vorab mit ihrem Arbeitgeber schriftlich festhalten, dass der Wechsel in eine Teilzeitbeschäftigung nur für einen bestimmten Zeitraum gilt. Danach ist die Rückkehr in die 40-Stunden-Woche dann problemlos möglich und rechtlich nicht anfechtbar.

Video: Studie: Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Medien

Abschied vom Perfektionismus hilft gegen ein schlechtes Gewissen

Die größte Stressfalle bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist der Perfektionismus. Wer immer in allen Bereichen einhundert Prozent geben möchte, seine Kollegen, Nachbarn und Freunde übertreffen will und keine Fehler machen möchte ist permanentem Stress ausgesetzt.

Hier hilft es schon, einfach einen Gang zurück zu schalten und den eigenen Perfektionismus zu hinterfragen. Muss die Wohnung wirklich immer perfekt aufgeräumt sein? Ist es zwingend erforderlich, dass eine Mutter ihr Kind jeden Morgen selbst in die Kita bringt? Schon bei dieser alltäglichen Aufgabe reduziert sich das Stresslevel, wenn Eltern sich zusammenschließen und ihren Nachwuchs abwechselnd zum Kindergarten bringen. Dadurch hat jede Familie freie Tage und kann in der eingesparten Zeit zum Beispiel den Einkauf erledigen.

Perfektionismus im Job lässt sich deutlich schwieriger ablegen, da hier gute Arbeit zum Erhalt des eigenen Arbeitsplatzes gefragt ist. Berufstätige Eltern sollten sich jedoch auf ihre Aufgabe konzentrieren und sich nicht von Kollegen zusätzliche Arbeit aufhalsen lassen. Hier hilft es, in der richtigen Situation Nein zu sagen.

Auch Firmenveranstaltungen sind zwar eine schöne Gelegenheit um mit Kollegen Freizeit zu verbringen, sie kosten jedoch auch Familienzeit. Wer an dieser Stelle dankend mit dem Verweis auf die eigenen Kinder ablehnt, wird in der Regel Verständnis ernten und hat wieder mehr Zeit für eine Unternehmung mit der Familie.

Auch Freizeitstress wird häufig vom Perfektionismus ausgelöst. Im ständigen Wettbewerb mit anderen Eltern will jeder die spannendste, lustigste oder abenteuerlichste Freizeitgestaltung auf die Beine stellen. Das führt jedoch nur zu Stress und kostet die dringend benötigte Erholung.

Kindern ist die Art der Freizeitgestaltung meistens gar nicht so wichtig. Sie wollen hauptsächlich Zeit mit Mama und Papa verbringen und profitieren dabei von entspannten und gutgelaunten Elternteilen. Ein gemütlicher Tag zuhause mit Kissenschlacht und gemeinsamem Kochen ist daher ebenso ein Erfolg, wie ein Familienspaziergang durch den Wald mit anschließendem Picknick.

Das Beste daran: Alle Familienmitglieder verbringen eine ausgelassene, stressfreie Zeit miteinander und können neue Kraft für den Alltag tanken. Das stellt wichtige Weichen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland bieten ihren Angestellten die Möglichkeit zum Homeoffice. (#03)

Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland bieten ihren Angestellten die Möglichkeit zum Homeoffice. (#03)

Homeoffice als Chance für Mütter

Immer mehr Arbeitgeber in Deutschland bieten ihren Angestellten die Möglichkeit zum Homeoffice. Damit ist in den meisten Fällen nicht gemeint, dass die gesamte Arbeitsleistung von zuhause aus erbracht wird. Stattdessen kann zumindest ein gewisser Teil der Arbeit von zuhause aus erledigt werden. Durch diese Möglichkeit zum Homeoffice fangen viele Mütter Betreuungszeiten für ihre Kinder auf und können die Arbeit in die Abendstunden verlegen. In dieser Zeit schlafen die Kleinen bereits und es ist Ruhe im Haus zum Arbeiten. Auch wenn Sie mit den frühen Abendstunden eine ungewöhnliche Arbeitszeit haben, sollten Mütter nicht auf einen richtigen Arbeitsplatz verzichten. Die gaerner GmbH bietet hierfür Komplettbüros an, die mit wenig Aufwand für die richtige Arbeitsatmosphäre sorgen.

Leider gibt es diese Möglichkeit nicht in allen Berufen. Vom Homeoffice profitieren vor allem Büroangestellte und kreativ arbeitende Menschen. Wer hingegen in einem handwerklichen Beruf tätig ist, im Verkauf arbeitet oder zu Kundenterminen muss, kann seine Arbeit nicht von zuhause aus erledigen. Allerdings bieten sich in vielen Unternehmen Möglichkeiten zum Arbeitsplatzwechsel und daraus ergibt sich dann eventuell die Chance auf einzelne Tage oder Stunden im Homeoffice. Wer zum Beispiel bisher als Vertreter zu Kunden gereist ist, kann in die Abteilung zur Bearbeitung von Kundenaufträgen oder Terminvereinbarungen wechseln. Diese Arbeiten lassen sich auch bequem von zuhause aus erledigen.

Nicht jeder Chef hat Verständnis dafür, dass Angestellte um Homeoffice-Tage bitten. Hier hilft meistens nur ein ausführliches Gespräch mit dem Chef, bei dem die eigenen Bedürfnisse besprochen werden. Wer dabei taktisch geschickt vorgeht und dem Chef auch seine Vorteile aufweist, hat die besten Chancen auf eine Umstellung und ist damit der Vereinbarkeit von Familie und Beruf einen Schritt näher gekommen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Evgeny Atamanenko  -#01: wavebreakmedia  -#02: wavebreakmedia -#03: _ VGstockstudio



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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