Bei Kindern lassen sich Sehfehler frühzeitig korrigieren

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Wenn bei Kindern Sehfehler festgestellt werden, ist es wichtig, schnell zu handeln. So wird verhindert, dass aus einem anfänglichen Schielen ein dauerhaftes Problem wird.

Das Sehsystem und seine Entwicklung

Vom ersten Lebensjahr an entwickelt sich das Sehsystem von Kindern, sodass es etwa zum Zeitpunkt der Einschulung fertig ausgebildet ist. Um eventuelle Sehfehler zu korrigieren und lebenslange Beschwerden zu vermeiden, darf man nicht lange zögern, wenn sich herausstellt, dass ein Kind schielt oder andere Schwierigkeiten mit den Augen hat. Experten schätzen, dass fast 90 % aller Eindrücke durch den Sehsinn wahrgenommen werden. Damit ist es von enorm großer Bedeutung, dass die Augen gut funktionieren.

Sie helfen den Kindern dabei, sich gesund zu entwickeln. Ein gutes Sehvermögen wirkt sich auf die schulischen Leistungen und oft auch auf die Berufswahl aus. Genau deshalb müssen Sehfehler rechtzeitig behoben werden. Bei Kleinkindern sollte man also keinesfalls darauf hoffen, dass sich das Schielen von allein wieder gibt.

Wie sich das Sehvermögen prägen lässt

Die Augenärzte wissen, dass es sich beim Sehen um ein Phänomen handelt, das vom Gehirn gesteuert wird. Nur innerhalb der ersten Lebensjahre kann das Gehirn entsprechend geprägt werden, um frühkindliche Sehfehler zu korrigieren. Üblicherweise endet das Zeitfenster für die Prägung des Sehvermögens im siebten Lebensjahr. Wenn in dieser Phase der Seheindruck nicht die optimale Schärfe hat, ist es dem Gehirn unmöglich, perfekt zu sehen, selbst wenn es in späteren Jahren zu einer gezielten Behandlung kommt. Bleibende Sehbeschwerden sind in einem solchen Fall vorprogrammiert.

Um solche Probleme zu bekämpfen, gibt es gesetzliche Standards zur Überprüfung des Sehvermögens von Kleinkindern. Diese Richtlinien beziehen sich beispielsweise auf die U7a, die sich bei drei Jahre alten Kindern speziell auf die Früherkennung von Erkrankungen der Augen konzentriert.

Video: Kapitel 5: Mein Augenpflaster — Kinder erzählen

Häufige Sehprobleme bei Kindern

Bei vielen Kindern werden Sehschwächen festgestellt. Es sind rund 5 %, die unter einer Amblyopie leiden. Diese Sehschwäche zeigt sich oft nur bei einem Auge, was die Erkennung schwierig macht. Dadurch, dass die Kinder mit dem anderen Auge alles gut erkennen können, verhalten sie sich normal und zeigen keine speziellen Reaktionen auf einfache Sehtests. Das macht die einseitigen Sehfehler so tückisch.

Der Berufsverband der Augenärzte empfiehlt, dass Kinder zwischen zwei und vier Jahren zusätzlich zu den Standarduntersuchungen einen direkten Termin beim Augenarzt wahrnehmen sollten. Wenn den Eltern besondere Eigenarten auffallen, darf der Besuch beim Augenarzt nicht aufgeschoben werden. Für Babys und kleine Kinder gibt es altersgerechte Verfahren, die von den Medizinern durchgeführt werden, um dem Verdacht auf eine Sehschwäche nachzugehen. Wenn tatsächlich ein Sehfehler erkannt wird, wissen die Augenärzte, welche Therapie für die jeweiligen Probleme infrage kommt.

Was tun, wenn das Kind schielt?

Zu den häufigen Augenproblemen bei Kindern gehört das Schielen. Dieses deutet darauf hin, dass ein Auge weniger aktiv ist als das andere. Die typische Erscheinungsform des Schielens setzt sich aus folgenden Punkten zusammen:

  • Die beiden Augen sehen mit ihrem Zentrum unterschiedliche Gegenstände.
  • Damit die Objekte nicht doppelt gesehen werden, entwickelt sich ein Schutzmechanismus des Gehirns.
  • Ein Auge wird sozusagen abgeschaltet und scheint ständig zu schielen.
  • Das zweite Auge funktioniert einwandfrei, doch das Kind sieht nur einseitig.

Um diesen Sehfehler auszumerzen, wird das gut sehende Auge abgeklebt. Auf diese Weise wird das Gehirn sozusagen umprogrammiert, sodass das Schielauge wieder „lernt“, richtig zu sehen. Pflaster für die Schieltherapie bietet beispielsweise augenpflaster.com. Hier erhalten die Eltern auch Tipps, wie die Therapie möglichst angenehm verläuft. Mit Informationsmaterial und Unterlagen dazu, was bei der Schieltherapie zu beachten ist, fühlen sich die Eltern auf der sicheren Seite.

Video: Woche des Sehens: Schielen – Kinderaugen sehen wieder

Mögliche Ursachen für das Schielen

Ein Kind kann aus verschiedenen Gründen schielen. Teilweise handelt es sich um eine erblich bedingte Veranlagung. In anderen Fällen ist die Augenmuskulatur rechts und links nicht gleich stark. Häufig ist auch eine Sehschwäche für das Schielen verantwortlich.

Zu den häufigen Fällen gehört das Begleitschielen. Dieser Begriff weist darauf hin, dass das schwächere Auge die Bewegungen vom gesunden Auge mitmacht. Vor allem bis zum vierten Geburtstag wird dieses Begleitschielen oft beobachtet. Ein Grund dafür kann nicht immer festgestellt werden. In einigen Fällen hängt das Begleitschielen mit der Weitsichtigkeit zusammen, manchmal ist auch die unterschiedliche Stärke der Brechkraft in den Augen die Ursache für das Schielen.

Bei dem Lähmungsschielen ist der Augenmuskel etwas beeinträchtigt. Durch die Lähmung kann der Blick nur in einige Richtungen gehen. Lähmungsschielen tritt nicht nur bei Kindern auf, sondern auch bei Menschen in anderen Altersstufen. Unter anderem kann es aufgrund von Durchblutungsstörungen oder Verletzungen entstehen.

Symptome für Sehfehler bei Kindern

Eine ungewöhnliche Blickrichtung deutet auf das typische Schielen hin, vor allem, wenn die Augen nicht in die gleiche Richtung schauen. In einem solchen Fall erkennen die Eltern sofort, dass etwas nicht stimmt. Bei Kindern mit nur minimalem Schielen kann auch ein unbewusstes Zusammenkneifen der Augen darauf hindeuten, dass sie nicht optimal sehen. Vielleicht decken sie öfter ein Auge mit der Hand ab oder halten ihren Kopf etwas schief, als wollten sie den Sehfehler ausgleichen. Ungeschickte Bewegungen beim Hantieren oder auch beim Gehen sind ebenfalls Symptome für ein Schielauge.

Wenn ein Kind schielt, kann es nicht mehr richtig dreidimensional sehen, denn man braucht beide Augen für die räumliche Wahrnehmung. Das Bild des rechten und des linken Auges setzen sich erst im Gehirn zusammen. Distanzen und Räume lassen sich mit einem Auge also nicht korrekt erkennen. Durch das Schielen ist der Unterschied zwischen den zwei Bildern, die übereinandergelegt werden, zu groß. So entstehen Doppelbilder, die den Seheindruck behindern. In der Folge deaktiviert das Gehirn die Sehkraft des schwächeren Auge. Stattdessen ist schließlich nur noch das andere, gesunde Auge fürs Sehen zuständig.

Je eher man mit der Therapie beginnt, umso größer sind die Chancen, das Schielen komplett zu verhindern oder Sehfehler auszugleichen. (#01)

Je eher man mit der Therapie beginnt, umso größer sind die Chancen, das Schielen komplett zu verhindern oder Sehfehler auszugleichen. (#01)

 

Die kindgerechte Therapie gegen Sehfehler

Je eher man mit der Therapie beginnt, umso größer sind die Chancen, das Schielen komplett zu verhindern oder Sehfehler auszugleichen. Das wirkt sich auf die gesamte Entwicklung der Kinder positiv aus. Bis die Kinder drei Jahre alt sind, lässt sich das noch nicht ganz ausgereifte Gehirn noch gezielt beeinflussen.

Eine Therapie kann folgendermaßen aussehen:

  • Der Arzt untersucht das Kind und prüft, wo die Ursachen für das Schielen liegen.
  • Gegen das Schielen hilft ein Augenpflaster.
  • Sehfehler können durch eine passende Brille ausgeglichen werden.
  • Im Laufe der Jahre erfolgt eine ständige Kontrolle und gegebenenfalls eine Anpassung der Brillenstärke.

Ein Auge, das schielt, braucht etwas Training, um wieder stärker zu werden und schärfer zu sehen. Hierfür sollte das stärkere, gesunde Auge abgeklebt werden. Für diese Therapie ist ein gewisses Maß an Geduld nötig, nicht nur bei den Kindern, sondern auch bei den Eltern. Wenn man die Notwendigkeit richtig vermittelt, verstehen schon Kleinkinder, wie wichtig Disziplin für ihr Sehvermögen ist. Das Versprechen, dass sie nach der Behandlung wieder besser sehen können, ist dabei sehr motivierend.

Wenn das Augenpflaster nicht hilft: Operation oder Brille?

Nicht immer lässt sich das Schielen durch die Behandlung mit einem Augenpflaster beheben. Dann ist eventuell eine Augenoperation nötig. Bei diesen Eingriff wird die Bindehaut geöffnet, sodass die Augenmuskeln reguliert werden können. Die gute Heilkraft der Bindehaut sorgt für eine schnelle Wiederherstellung der Sehkraft. Trotzdem ist es in einigen Fällen nicht möglich, die Grundlage für das perfekte dreidimensionale Sehen herzustellen.

Wenn es sich um einen Brechungsfehler handelt, so liegt Kurz- oder Weitsichtigkeit vor. Auch eine Hornhautverkrümmung kann die Ursache für den Sehfehler sein. Hier hilft eine perfekt abgestimmte Brille. Diese gleicht den Fehler aus, sodass das Gehirn das beidseitige Sehen unterstützt. Auf diese Weise lässt sich eine dauerhafte Sehschwäche vermeiden.

Video: Kapitel 3: Praktische Tipps

Das Kind mit einer Brille vertraut machen

Bei Kleinkindern wird eine geringe Weitsichtigkeit als normal angesehen. Bei einem Wert von maximal +2 Dioptrien kann sie von gesunden Augen ausgeglichen werden. Eine Kurzsichtigkeit, bei der die Dioptrien als Minuswert angegeben werden, und auch eine Hornhautverkrümmung erfordert hingegen immer den Einsatz einer Brille. Manchmal sind es auch andere Augenerkrankungen, die eine Brille nötig machen.

Damit die Kinder nicht unglücklich mit der Brille sind, muss diese kindgerecht gestaltet sein und perfekt passen. Schon vor der Einschulung tragen viele Kinder eine Brille. Tatsächlich ist die Akzeptanz bei den Kleinkindern relativ gut. Wenn die Kleinen zufrieden sind mit der Optik des Gestells und wenn sie merken, dass sie mit Brille einfach besser zurechtkommen, gewöhnen sie sich schnell daran, die Brille aufzusetzen, sei es beim Spielen oder beim Anschauen von Bilderbüchern.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: Dmitry Kalinovsky -#01:denniro



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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