Kinderkrankheiten Symptome: Erkennen und Reagieren

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Kinderkrankheiten sind äußerst gefährlich. Gerade wenn die Symptome falsch gedeutet oder spät erkannt wurden. Für die Gesundheit der Kinder ist es daher wichtig, die Symptome einzelner Krankheiten zu kennen.

Kinderkrankheiten Symptome: Kinderkrankheiten allgemein

Der Name kommt nicht von ungefähr: Zu den klassischen Kinderkrankheiten zählen jene typischen Infektionskrankheiten, die vor allem in den ersten Jahren im Leben eins Kindes, auftreten. Zu den bekanntesten zählen u.a. die Röteln, Scharlach oder auch Mumps.

Kinderkrankheiten zeichnen sin erster Linie durch zwei Dinge aus:

  • Eine hohe Verbreitung und
  • eine hohe Ansteckungsrate

Und noch etwas ist ganz typisch: Wer sich als Kind mit einer dieser Krankheiten infiziert, ist in fast allen Fällen ein Leben lang immun dagegen. Auch Erwachsene können an Kinderkrankheiten wie Scharlach oder Mumps erkranken, wenn sie im Kindesalter davon nicht betroffen waren. Ein frühzeitiger, durchgängiger Impfschutz hilft, die Gefahr für Gesundheit und sogar das Leben, abzuwenden. Denn so harmlos der Begriff „Kinderkrankheit“ klingen mag: Werden die Symptome nicht rechtzeitig erkannt, können manche von diesen Infektionen sogar zum Tod führen.

Video: Gefahren von Kinderkrankheiten | Fit & gesund – Interview

Häufigste Infektionskrankheiten

Eine Untersuchung des Robert-Koch-Instituts (RKI) ergab: Die Windpocken sind die am häufigsten verbreitete Kinderkrankheit. Rund 85 Prozent aller Jugendlichen zwischen 14 und 17 Jahren gaben demnach an, bereits an den Windpocken erkrankt gewesen zu sein. Symptome sowie Verlauf dieser Infektion sind für die Kleinsten in aller Regel harmlos und eher ungefährlich. Nur Schwangere kurz vor oder nach der Geburt, sind ernsthaft durch die Krankheit bedroht. Mit weitem Abstand folgt hinter den Windpocken die Kinderkrankheit Scharlach. Knapp 30 Prozent der Jugendlichen, litten als Kinder darunter.

Auf den hinteren Plätzen folgen Keuchhusten mit 20,9 Prozent, die Röteln mit 18,8, gefolgt von den Masern mit 15,8 Prozent. Alle diese Krankheiten zeichnen sich durch typische, charakteristische Symptome aus. Die man als Eltern kennen sollte. Denn obwohl es heute zum Glück kaum noch Scharlach-bedingte Todesfälle gibt, kann diese Krankheit bei falscher Behandlung oder ohne Antibiotika, auch im Jahr 2017 noch tödlich enden.

Windpocken: Symptome und Behandlung

Die Windpocken gehören zu jenen typischen Kinderkrankheiten, die bei Kindern in aller Regel harmlos verlaufen. Allerdings kann die Infektion während der Schwangerschaft zu schwersten Schädigungen beim Ungeborenen führen. Wer an den Windpocken erkrankt, ist meist bereits nach ein bis zwei Tagen ansteckend. Dabei gehören sie zu den ansteckendsten Virus-Krankheiten überhaupt. Das Tückische: Schon nach wenigen Tagen können die Erreger weitergegeben werden, jedoch kann es 28 Tage dauern, bis sich die typischen Symptome einstellen. Das heißt z.B. dass erkrankte Kinder, denen man noch nichts ansieht oder anmerkt, unwissentlich bereits viele weitere Kinder (etwa im Kindergarten) infizieren können.

Daher sollte man gezielt auf folgende Symptome achten: Rote Flecken auf der Haut, die schrecklich jucken und meist am Bauch und Rücken beginnen und dann auf Bereiche wie Kopf, Arme und Beine, übergehen. Hinzu kann leichtes Fieber kommen. Nach rund 7 bis 10 Tagen, verkrusten die Bläschen und die Krankheit ist ausgestanden. Bei Windpocken können Ärzte lediglich die Symptome behandeln, nicht den Erreger an sich. Das kindliche Immunsystem kann die Viren alleine bekämpfen.

Kinderkrankheiten: Die Symptome von Scharlach

Scharlach ist die zweithäufigste Kinderkrankheit. Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit, erkranken rund 50.000 Menschen jährlich in Deutschland an typischem Scharlach, die meisten davon Kinder. Scharlach ist hochansteckend und kann schon durch geringe Mengen an Speicheltröpfchen auf andere Menschen übergehen. Die Infektion ist auch deshalb so gefürchtet, da die Gesundheit auch lange nach einer (z.B. nicht vollständig ausgeheilten) Erkrankung noch erheblich beeinträchtigt werden kann. Durch Spätfolgen wie etwa einer Hirnhautentzündung. Eine zügige Antibiotika-Behandlung ist sehr wichtig, um diese spät einsetzenden, möglichen Folgen zu verhindern.

Die typischen Symptome: ganz charakteristisch ist ein Fieberschub bis 40° C und ein entzündeter Rachenraum, zudem schwellen die Gaumenmandeln oft an. Auch Hals- und Kopfschmerzen kommen häufig hinzu. Alles fängt mit einem weißlichem Zungenbelag an. Diesem folgen dann die typische, rötliche Verfärbung der Zunge (Himbeerzunge) sowie ein Hautausschlag am Körper, der durch kleine Pusteln gekennzeichnet ist. Ist die Erkrankung diagnostiziert, kommt meist das Antibiotikum Penicillin zum Einsatz.

 

Scharlach ist die zweithäufigste Kinderkrankheit. Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit, erkranken rund 50.000 Menschen jährlich in Deutschland an typischem Scharlach, die meisten davon Kinder. (#01)

Scharlach ist die zweithäufigste Kinderkrankheit. Nach Angaben der Stiftung Kindergesundheit, erkranken rund 50.000 Menschen jährlich in Deutschland an typischem Scharlach, die meisten davon Kinder. (#01)

Kinderkrankheiten Symptome: Keuchhusten

Der Keuchhusten zählt zu den häufigsten Kinderkrankheiten (fast 21 Prozent aller Kinder erkranken irgendwann daran), auch wenn viele Ärzte sie heute gar nicht mehr zu den klassischen Kinderkrankheiten zählen. Denn auch Jugendliche und Erwachsene sind in hoher Anzahl betroffen. Im Vergleich zu den meisten anderen Kinderkrankheiten, geht mit einer Infektion keine lebenslange Immunität einher. Heißt: Jeder Mensch kann mehrmals im Leben unter dieser Infektionskrankheit leiden. Wer sich vorsorglich impfen lässt, hat einen Schutz, der rund 10 Jahre hält. Danach muss aufgefrischt werden.

Die Symptome von Keuchhusten: Zunächst kündigt er sich schleichend durch einen lediglich leichten Husten an. Hinzu kommt meist erhöhte Temperatur. Bald jedoch nehmen die Hustenattacken stark zu. Die Kinder leiden in der Folge unter krampfartigen Hustenanfällen, bis hin zum Erbrechen oder zur Atemnot. 40 bis 50 solcher starker Anfälle innerhalb von 24 Stunden, sind leider keine Seltenheit. Eine antibiotische Therapie ist Standard.

Röteln: Typische Merkmale und Therapie

Ebenso wie z.B. Scharlach, gehören die Röteln zu den hochansteckenden Kinderkrankheiten, die sich ebenso durch klar definierte, ganz klassische Symptome auszeichnen. Die Schwächsten und Kleinsten von allen sind am häufigsten von den Röteln betroffen: Babys und Kleinkinder. In aller Regel verläuft eine Infektion ohne große Komplikationen und weitestgehend ungefährlich. Anders sieht es aus bei werdenden Müttern: sind Schwangere von den Röteln betroffen, kann die Infektion massive Schädigungen beim Ungeborenen hervorrufen.

Am deutlichsten zu erkennen sind die Röteln durch einen roten Ausschlag (meist blasse, flache Flecken) auf der Haut und eine sich einstellende Matt- bzw. Niedergeschlagenheit. Seinen Anfang nimmt der Hautausschlag in fast allen Fällen hinter den Ohren, von dort geht er dann auf den ganzen Körper über. Die übrigen Symptome ähneln denen einer (schwereren) Erkältung: Von erhöhter Temperatur über geschwollene Lymphdrüsen bis hin zu Kopf- und Gliederschmerzen. Typischerweise wird bei Röteln auf fiebersenkende Mittel sowie – bei Bedarf – entzündungshemmende Schmerzmittel, zurückgegriffen.

Video: Was sind eigentlich Kinderkrankheiten? – Wissen macht Ah! – DAS ERSTE – WDR

Kennzeichen und Behandlung von Masern

Die Masern gelten als ein Klassiker unter den Kinderkrankheiten. Verursacher ist der Masernvirus. Der Erreger wird über die Luft verbreitet. Einmal davon betroffen, ist man gegen sie im Anschluss für alle Zeiten immun.

Masern äußern sich wie folgt: Ganz charakteristisch sind Symptome wie Husten, Schnupfen, Fieber, Halsweh sowie hohe Lichtempfindlichkeit und tränende Augen. Hinzu gesellen sich oft noch starke Kopfschmerzen und ein unangenehmer Hautausschlag. Dieser sieht schlimm aus, stellt bei den Masern aber noch das kleinste Problem dar. Besonders dramatisch wird es, wenn die Viren – die auch Organe befallen können – ins Hirn gelangen. Entzünden sich die Hirnnerven, können geistige und körperliche Behinderungen die Folge sein. Sogar Lebensgefahr besteht in diesen Fällen für das Kind. Ein Medikament gegen Masern existiert nicht. Nur die Symptome können gelindert werden.

Wichtig sind strenge Bettruhe, gegen das Fieber helfen z.B. Ibuprofen-Zäpfchen. Entzündet sich der Hautausschlag, kommen Antibiotika zum Einsatz.

Nicht zu unterschätzen: Mumps

Die Symptome, die bei Mumps auftreten, ähneln zunächst denen einer schweren Grippe. Ein Symptom aber gibt es, dass ganz typisch für Mumps ist und die Krankheit von der Influenza abgrenzt: Die Anschwellung der Parotis (Ohrspeicheldrüse). Diese kann ein- oder beidseitig auftreten. Mumps kann zu einer Hirnhautentzündung und – bei Jungen – zur Unfruchtbarkeit führen. Mumps gehört zu den wenigen Kinderkrankheiten, an denen Jungen deutlich häufiger erkranken als Mädchen. Bei den meisten anderen Kinderkrankheiten, verhält es sich in etwa ausgeglichen.

Die charakteristischen Symptome sind: Schluckbeschwerden, Gelenkschmerzen, extrem hohes Fieber, Übelkeit, Kopf- und Bauchweh sowie Erbrechen. Auch gegen Mumps gibt es keine direkten, das Virus bekämpfenden Medikamente. Es bleiben lediglich die gängigen schmerzlindernden und fiebersenkenden Therapien und Mittel: Paracetamol, Ibuprofen sowie Wärme- und Kälteanwendungen, um die Schwellungen zurückzudrängen.

Die Schwächsten und Kleinsten von allen sind am häufigsten von den Röteln betroffen: Babys und Kleinkinder. (#02)

Die Schwächsten und Kleinsten von allen sind am häufigsten von den Röteln betroffen: Babys und Kleinkinder. (#02)

Kinderkrankheiten: Impfen, ja oder nein?

Kaum eine andere Frage treibt werdende oder frischgebackene Eltern so sehr um wie jene, ob man gegen die gängigen Kinderkrankheiten impfen sollte. Manch einer ist der Meinung, Kinderkrankheiten durchzumachen ist besser als zu impfen. Und das Beste, was man für seine Gesundheit tun kann. Schließlich besteht dann eine lebenslange Immunität. Und: Impfgegner führen immer wieder an, dass bei einigen Impfstoffen die Gefahr von Autismus oder auch Hirnhautentzündungen, besteht.

Vielfach handelt es sich bei diesen Befürchtungen heute aber um überholte, irreale Ängste und Annahmen, für es zudem keine belegbaren Studien und beweisen gibt. So weist z.B. die 18-köpfige Expertengruppe der „Ständigen Impfkommission“ darauf hin, dass die Rate von Gehirnentzündungen mit nicht gesicherter Ursache bei geimpften Kindern genauso hoch liegt, wie bei den Kindern, die keine Impfung erhielten.

Fast hundertprozentiger Schutz: Der Dreifach-Impfstoff MMR

Sicher hingegen ist: Durch die frühzeitige und wiederholte Aktivimpfung mit abgeschwächten Erregern, kann heutzutage problemlos eine verlässliche Immunität erzielt werden. Allerdings nur dann, wenn ein vollständiger Impfschutz gewährleistet ist und alle notwendigen Dosen verabreicht wurden.

Ein weiterer Vorteil, der heute besteht ist, dass die Impfstoffe meist zu Kombinationsstoffen zusammengefasst sind. Die Kleinsten müssen sich also nicht gegen jede Krankheit einzeln impfen lassen. Mit einem Piks gleich vor drei klassischen Kinderkrankheiten geschützt: das bietet die 3-fach-Impfung MMR gegen Mumps, Masern und Röteln. Wer sich an die empfohlenen Nachimpfungen hält, sorgt für einen 99-prozentigen Schutz gegen diese Infektionskrankheiten. Seit dem Jahr 2010 ist diese Impfung hierzulande empfohlen. Im Übrigen auch für Erwachsene die es verpasst haben, sich als Kinder impfen zu lassen.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: andriano.cz-#01: BlurryMe  -#02: adriaticfoto



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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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