Kinder beim Kinderzahnarzt vorstellen: Der beste Schritt zur angstfreien Behandlung

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Viele Kinder haben Angst vor dem Zahnarzt, wobei diese Angst sicherlich auch von den Eltern unbewusst auf die Kleinen übertragen wird. Ein Kinderzahnarzt kann hier Abhilfe schaffen.

Ein Zahnarzt gegen die Angst

Viele von uns Erwachsenen haben Angst vor dem Zahnarzt. Teilweise begründet, weil bereits einige schmerzhafte Behandlungen hinter uns liegen und wir das Schmerzgedächtnis nicht auslöschen können. So sitzen wir denn bibbernd und zitternd auf dem Zahnarztstuhl und müssen angesichts der dort bereitliegenden Folterinstrumente mit uns ringen, dass wir nicht aus dem Behandlungsraum rennen. Wer dann noch sein Kind dabei hat, weil es möglichst als Eineinhalbjähriges schon mal bei der Mama oder dem Papa zuschauen soll, wie das beim Zahnarzt abläuft und später selbst auf den Stuhl krabbeln soll, lässt die Angst beim Kind aufkommen.

Die Kleinen haben ein Gespür für die Emotionen der Erwachsenen und lesen in Mimik und Gestik wie in einem offenen Buch. Da braucht es keine Worte, um herauszufinden, dass der Zahnarzt eine ganz schreckliche Person ist, vor der sich jeder fürchten sollte! Dass das so nicht stimmt, kann dieser viele Male beteuern, seine Worte haben für Kinder deutlich weniger Gewicht. Was hilft? Ein spezieller Zahnarzt, der sich mit den Ängsten der Kleinen auskennt, diese beseitigt oder gar nicht erst aufkommen lässt.

So wie in der Praxis novacura aus Münster, wo auf die kleinen Patienten individuell eingegangen wird. Es ist ein Trugschluss zu glauben, dass die Kinder bei dem gleichen Zahnarzt in Behandlung sein müssten wie die Eltern. Das mag zwar praktischer sein, sinnvoll ist es aber nicht.

Ein Kinderzahnarzt ist aber Psychologe, Motivationstrainer, Mediziner und Animateur in einem, kennt sich mit Kindern bestens aus und nimmt an speziellen Fortbildungen und Schulungen teil. (#01)

Ein Kinderzahnarzt ist aber Psychologe, Motivationstrainer, Mediziner und Animateur in einem, kennt sich mit Kindern bestens aus und nimmt an speziellen Fortbildungen und Schulungen teil. (#01)

Das kann ein Kinderzahnarzt

Grundsätzlich ist jeder Zahnarzt dazu ausgebildet worden, auch Kinder zu behandeln. Von der Warte aus bräuchte es keinen speziellen Kinderzahnarzt, der sich mit den Ängsten und Nöten der Kleinen befasst. Ein Kinderzahnarzt ist aber Psychologe, Motivationstrainer, Mediziner und Animateur in einem, kennt sich mit Kindern bestens aus und nimmt an speziellen Fortbildungen und Schulungen teil. In diesen wird den Teilnehmern vermittelt, welche psychologischen Tricks dabei helfen können, einem Kind die Angst zu nehmen.

Der Kinderzahnarzt behandelt in einer entspannten Atmosphäre, bestenfalls sind die einzelnen Termine so gelegt, dass auch für schwierige Patienten ausreichend Zeit bleibt. Außerdem muss der Kinderzahnarzt wissen, dass Milchzähne anders aufgebaut sind als die zweiten Zähne, einen dünneren Schmelz haben und damit empfindlicher sind. Die Kleinen verspüren also tatsächlich einen früher einsetzenden Schmerz bei einer Behandlung, reagieren dann aber sehr emotional. Sie sind nicht gefasst wie ein Erwachsener und „reißen sich zusammen“. Sie können schreien und strampeln und damit die weitere Behandlung unmöglich machen.

Die Anforderungen an einen Kinderzahnarzt sind daher hoch:

  • Er muss fachlich gut ausgebildet sein und die Unterschiede zwischen Milchzahn-, Übergangs- und bleibendem Gebiss kennen.
  • Er muss psychologisch geschickt sein.
  • Er soll Erfahrung im Umfang mit Kindern jeder Altersstufe haben.
  • Er sollte bei emotional reagierenden kleinen Patienten die Ruhe bewahren.
  • Er sollte in einer kindgerecht eingerichteten Praxis tätig sein.
  • Der Wartebereich ist für Kinder ausgelegt und bietet eine Spielecke mit verschiedenen Möglichkeiten.
  • Der Kinderzahnarzt nutzt spezielle Behandlungsmethoden und Ablenkungstechniken.

Daran lässt sich erkennen, dass ausgebildete Kinderzahnärzte wahre Allroundgenies sein müssen. Außerdem sollten sie im besten Fall mit einem Narkosearzt zusammenarbeiten. Viele Kinder können nur unter Narkose behandelt werden, damit die Zähne saniert werden können. Dafür braucht es ein Praxismitglied, das als Anästhesist tätig sein darf.

Wer manchem Kinderzahnarzt zuhört, kann das Gefühl bekommen, im Kindergarten bei der Märchentante gelandet zu sein. Aber genau das ist gut! (#02)

Wer manchem Kinderzahnarzt zuhört, kann das Gefühl bekommen, im Kindergarten bei der Märchentante gelandet zu sein. Aber genau das ist gut! (#02)

Auf eine Ebene begeben

Wer manchem Kinderzahnarzt zuhört, kann das Gefühl bekommen, im Kindergarten bei der Märchentante gelandet zu sein. Aber genau das ist gut! Denn kleine Geschichten rund um Karius und Baktus helfen den Kindern, die eigene Angst zu überwinden. Sie hören sich gern die Geschichten an und wollen mehr wissen. Damit lässt sich die Behandlung sehr gut verknüpfen, denn zum einen sind die Kleinen abgelenkt, zum anderen folgt ihr Gehirn der Geschichte und nicht den seltsamen Geräuschen und Gefühlen in ihrem Mund.

Die Angst vor dem Zahnarzt wird also mithilfe kleiner Geschichten und der Fantasie der kleinen Patienten minimiert oder verschwindet sogar ganz. Wichtig ist, dass die Kleinen die Abläufe beim Zahnarzt so früh wie möglich kennenlernen und das zu einem Zeitpunkt, zu dem noch keine Behandlung nötig ist. Im Alter von ungefähr zwei Jahren schaut der Zahnarzt dann nur, ob alle Zähne durchgebrochen oder ob noch Lücken im Milchzahngebiss vorhanden sind. Auch nach Fehlstellungen wird geschaut, wobei diese bei Milchzähnen in der Regel nur behandelt werden, wenn sie gesundheitliche oder funktionelle Einschränkungen mit sich bringen.

Die kindgerechte Umgebung ist für Kinder besonders wichtig. Hier eine kleine Kletterwand, dort ein Glas mit Pins oder Kaugummis, die nach der Behandlung geangelt werden dürfen. Da macht der Besuch beim Zahnarzt Spaß! In einer Praxis, die „auch“ Kinder behandelt, gibt es in der Regel bestenfalls eine Malecke. Schon die Wartezeit wird für die Kinder damit negativ verknüpft und so verwundert es auch nicht, dass sie sich auch ohne unangenehme Behandlung weigern, die Praxis wieder aufzusuchen.

Der Kinderzahnarzt muss überdies schnell arbeiten können. Denn: Die Kleinen machen bei der Geschichte zwar den Mund meist auf, doch sie schließen ihn auch rasch wieder. Was dann? In der Regel bleibt er dann nämlich verschlossen und kein Lockmittel der Welt bewegt sie dazu, die Zähnchen wieder zu zeigen. Die Folge: Der Zahnarzt hat verloren und muss sich eine andere Strategie ausdenken.

Eltern sollte allerdings auch bewusst sein, dass sie ein Stück weit dazu beitragen, wie gern das Kind zum Zahnarzt geht. (#03)

Eltern sollte allerdings auch bewusst sein, dass sie ein Stück weit dazu beitragen, wie gern das Kind zum Zahnarzt geht. (#03)

Die Sache der Eltern

Eltern sollte allerdings auch bewusst sein, dass sie ein Stück weit dazu beitragen, wie gern das Kind zum Zahnarzt geht. Denn: Das richtige Putzen fängt zu Hause an und wer seinem Kind droht, dass es zum Zahnarzt müsse, wenn es nicht richtig putzen würde, macht dem Kleinen schon vorher Angst. „Wenn der Zahnarzt bohren muss, dann tut das weh!“ So etwas ist grundverkehrt, denn die Kinder hören etwas von „wehtun“ und schon schrillen die Alarmglocken. Eltern sollten daher immer darauf achten, möglichst positive Formulierungen zu finden.

Erzählen Sie von dem Zahn, der sich freut, wenn er wieder sauber ist. Der strahlt und mit den anderen Zähnen wetteifert, wer denn mehr glänzt. Damit jemand das beurteilen kann, müsse man doch zum Zahnarzt gehen und die Zähne dort zeigen, denn nur dieser Fachmann kann genau sagen, welcher Zahn der Sieger ist. Seien Sie kreativ und lassen Sie sich etwas einfallen!

So entsteht eine Kooperation mit dem Zahnarzt, der sich freuen wird, wenn Sie die gesunde Basis daheim schon gelegt haben. Er kann darauf aufbauen und wird mit dem Kind deutlich weniger Probleme und Anstrengungen haben. Teilweise ist es auch hilfreich, wenn Mama oder Papa mitkommen und die ersten Untersuchungen auf ihrem Schoß stattfinden. Ein erfahrener Kinderzahnarzt hat hier Nachsicht mit den kleinen Patienten, die so sehr die Nähe der Eltern benötigen.

Mit dem Aktenzeichen 13 A 1384/10 entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen am 25. Mai 2012, dass nicht jeder mit der Bezeichnung „Kinderzahnarztpraxis“ werben dürfe. (#04)

Mit dem Aktenzeichen 13 A 1384/10 entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen am 25. Mai 2012, dass nicht jeder mit der Bezeichnung „Kinderzahnarztpraxis“ werben dürfe. (#04)

Voraussetzungen für Kinderzahnärzte

Mit dem Aktenzeichen 13 A 1384/10 entschied das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalen am 25. Mai 2012, dass nicht jeder mit der Bezeichnung „Kinderzahnarztpraxis“ werben dürfe. Hier würde Eltern suggeriert, dass es sich um ausgebildete Spezialisten handele, die besondere Voraussetzungen mitbrächten und in der Behandlung von Kindern speziell geschult wären. Sofern das der Fall ist, darf mit dem Namen auch geworben werden, wenn die Anforderungen für den Tätigkeitsschwerpunkt Kinderzahnarzt nicht gegeben sind, darf aber auch nur darauf hingewiesen werden, dass „auch Kinder“ behandelt werden. Andernfalls ist von einer irreführenden Werbung auszugehen und diese ist nicht erlaubt.

Eine Spezialisierung über bestimmte Fortbildungen ist nicht zwingend vorgeschrieben, auch hinreichende praktische Erfahrungen in diesem Bereich sind ausreichend. Sie müssen aber durch eine nachhaltige Tätigkeit in diesem Bereich untermauert werden. Wenn ein Zahnarzt nicht nachweisen kann, dass er nachhaltig als Kinderzahnarzt tätig ist, darf er sich nicht werblich als solcher bezeichnen. Die Nachhaltigkeit der Tätigkeit muss in jedem Fall belegbar sein, das heißt, dass notwendige Qualifikationen, Berufserfahrung und die gesamte Ausrichtung der Praxis auf Kinder abgestimmt sein müssen. Die oben genannten Kriterien für Kinderzahnärzte können hier herangezogen werden, wobei selbst die Einrichtung des Wartezimmers sowie des Behandlungsraums in die Beurteilung einbezogen werden kann.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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