Letztes Kindergartenjahr nutzen: Vorbereitung auf die Schule

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Nur noch ein Jahr, bis die Grundschule beginnt – die aufregende Zeit des letzten Kindergartenjahres nimmt Eltern und Kinder gefangen. Jetzt können Eltern die Kinder schon sehr gut auf die Schule vorbereiten und ihnen den Einstieg leichter machen.

Die Schulreife – was ist das eigentlich?

Oft wird unter der Schulreife verstanden, dass die Kinder vielleicht schon ihren Namen schreiben können und Lust haben, in die Schule zu gehen. Dabei ist es so viel mehr als das und Eltern können ihre Kinder dabei unterstützen, die Schulreife zu verlangen. Die sogenannte „innere Reife“ ist für viele Kinder noch eine Aufgabe, der sie sich stellen müssen. Im Kindergarten werden schon viele wichtige Grundlagen vermittelt. Allerdings können auch die Eltern noch eine große Hilfe für den Nachwuchs sein.

Wichtig ist es, sich keine zu großen Sorgen zu machen, wenn das Kind scheinbar noch gar nicht reif für die Schule ist. Es gibt eine Schuleingangsuntersuchung, bei der dies geprüft wird. Dazu kommt, dass Eltern durchaus auch die Möglichkeit haben, das Kind zurückstellen zu lassen. Ob das sinnvoll ist und was dafür gemacht werden muss, hängt immer von der Einzelsituation ab. Auch die Einschätzung des Kindergartens spielt hier eine Rolle.

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Hilfreiche Tipps für die Vorbereitung auf die Schule

Erst einmal kann das letzte Kindergartenjahr aber genutzt werden, um gemeinsam noch ein wenig zu üben und so besser vorbereitet auf die Schule zu sein. Die nachfolgenden Tipps sind erste Anhaltspunkte für Eltern, wie sie dem Kind eine Stütze sein können.

1. Der Blick auf Feinmotorik und Körperbeherrschung
Die Koordination zwischen den Augen sowie dem restlichen Körper ist eine wichtige Basis dafür, dass die Kinder sich in der Schule zurechtfinden und Erfolg beim Sport, beim Spielen und beim Basteln haben können. Zudem spielt die Feinmotorik eine besonders große Rolle, wenn es um das Schreiben lernen geht. Eltern können dies einfach unterstützen, indem sie dem Kind im Alltag kleine Aufgaben geben. Das Zähneputzen kann nun selbst übernommen werden, Mama und Papa prüfen nur noch einmal nach. Auch Schleifen binden oder Papier nach Vorgabe falten, kann helfen, sich besser zu koordinieren. Beim Spaziergang werden Kinder ermutigt, zu klettern und über Baumstämme zu balancieren. Vielleicht macht das Kind es schon, vielleicht fehlt aber hier noch der letzte Schritt, um die Ängste zu überwinden. Wie wäre es mit ein paar Radtouren im letzten Kindergartenjahr? Auch diese sind sehr gut für die Körper-Koordination.

2. Dem Kind Verantwortung geben
Es ist von der Natur durchaus so gewollt, dass Eltern eine gute Balance finden, um ihrem Kind was abzunehmen und ihm auch Verantwortung zu geben. Vielen Eltern fällt es schwer, ihrem Kind mehr Verantwortung zu geben. Das hängt nicht unbedingt damit zusammen, dass Eltern ihren Kindern nichts zutrauen. Auch der Abnabelungsprozess spielt hier eine große Rolle. Dabei geht es ganz einfach. Kinder können bereits im Haushalt kleine Aufgaben übernehmen. So können sie die Blumen gießen, den Tisch mit decken oder abräumen und auch abwischen. Auch beim Einkaufen kann das Kind schon helfen. Es darf sich dann von der Einkaufsliste drei Sachen aussuchen und sich auf den Weg machen, diese im Supermarkt zu suchen. Dann legen sie die Dinge in den Wagen. Sie sind besonders stolz darauf, den Eltern helfen zu können. Diese Verantwortung hilft dem Kind zu verstehen, dass ein neuer Lebensabschnitt bevorsteht.

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3. Geduld – eine wichtige Eigenschaft in der Schule
Im Kindergarten gibt es nur kurze Zeiten, wo Kinder sich stark konzentrieren und Geduld haben müssen. In der Schule ändert sich das jedoch. Daher können Eltern schon gemeinsam mit ihren Kindern üben, etwas mehr Geduld zu haben. Durfte der Nachwuchs bei den Mahlzeiten bisher immer aufstehen, wenn er fertig war, kann er jetzt sitzen bleiben, bis alle fertig sind. Auch Familienspiele können dabei helfen, die Konzentration zu fördern. So bietet es sich an, mit den Kindern Memory zu spielen oder Puzzle zu legen. Am Abend, wenn es dann ins Bett geht, setzen sich Eltern einfach mit ihren Kindern hin und lesen eine Geschichte vor. Dabei sollte darauf geachtet werden, dass die Kinder zuhören und nicht ständig dazwischen sprechen.

4. Spielerische Vorbereitung auf die Schule
Viele Kinder haben Spaß daran, Schule zu spielen und so die eigene Vorfreude zu schüren. Hier muss eine gute Balance gefunden werden, was das Können des Kindes angeht. Viele Kinder lernen in dem letzten Jahr vor der Schule, wie sie ihren Namen schreiben. Sie können bis zehn zählen und auch schon einige Buchstaben erkennen. Einige Kinder sind noch interessierter und möchten schon mehr über den Schulstoff erfahren. Hier ist es wichtig, dass dies rein aus Spaß passiert und Eltern keinen Druck auf die Kinder ausüben. Das kann beim Schule spielen gemacht werden. So können Eltern den Wecker auf 15 Minuten stellen. Dieser ist dann die Schulklingel. Das Kind nimmt am Tisch Platz und malt ein Bild, sieht sich ein Buch an oder kann Buchstaben ausschneiden. Auch Reimspiele sind eine sehr gute Lösung.

Nur noch ein Jahr, bis die Grundschule beginnt – die aufregende Zeit des letzten Kindergartenjahres nimmt Eltern und Kinder gefangen. Jetzt können Eltern die Kinder schon sehr gut auf die Schule vorbereiten und ihnen den Einstieg leichter machen. (#01)

Nur noch ein Jahr, bis die Grundschule beginnt – die aufregende Zeit des letzten Kindergartenjahres nimmt Eltern und Kinder gefangen. Jetzt können Eltern die Kinder schon sehr gut auf die Schule vorbereiten und ihnen den Einstieg leichter machen. (#01)

 

Tipp: Manchmal kann es auch sehr gut sein, das Kind den Lehrer sein zu lassen. Es entscheidet selbst, welche Lerninhalte es den Eltern gerne beibringen möchte. Dabei schult es das eigene Selbstbewusstsein und das Sprechen vor anderen Menschen.

5. Ein Gefühl für Ordnung bekommen
Unordnung ist bei Kindern eine sehr typische Eigenschaft. Sie sehen dies nicht als Unordnung an und finden sich dennoch darin zurecht. In der Schule jedoch braucht es eine gewisse Ordnung, damit nichts verloren geht und die Unterrichtsmaterialien den richtigen Fächern zugeordnet werden können. Das kann schon geübt werden. Wenn der Ranzen schon gekauft wurde, ist es möglich, die Einordnung bereits vorzunehmen. In welches Fach gehört die Federtasche und wo soll eigentlich das Essen untergebracht werden? Dies kann zusammen mit dem Kind überlegt werden. Gerne darf es seine eigene Ordnung festlegen. Im Einschulungsratgeber finden sich auch Hinweise dazu, wie das Kind gut vorbereitet werden kann.

6. Fehler machen und Kritik akzeptieren
In der Schule wird das Kind öfter auf Kritik stoße und das ist auch ganz normal. Allerdings erleben viele Kinder dies vorher nicht oder nur sehr selten. Eltern lassen den Nachwuchs bei Spielen gewinnen und loben ihn. Kritik wird aber nur selten angebracht. Jetzt ist die richtige Zeit, das Kind langsam darauf vorzubereiten. Wenn man gemeinsam spielt, dann kann das Kind auch mal verlieren und lernt so, damit umzugehen. Das kann am Anfang Tränen geben. Hier ist es wichtig, den Nachwuchs gut zu begleiten. Eltern können den Kindern auch sagen, wenn etwas noch nicht ganz so gut ist. Dabei sollte jedoch auf den Ton geachtet werden, um das Kind nicht zu verletzen. Hier darf gerne darauf hingewiesen werden, dass es sich dabei nicht um eine Niederlage oder eine schlechte Eigenschaft handelt, sondern dass niemand perfekt ist.

7. Über Gefühle sprechen
Viele Eltern kennen das Problem: Das Kind kommt aus der Schule, soll berichten und heraus kommen nur wenige Worte. Gefühle ausdrücken können ist für viele Kinder nicht einfach. Für Eltern ist es aber wichtig zu wissen, wie die Gefühle des Kindes in Bezug auf die Schule sind. Es kann helfen, wenn bereits Eltern sehr offen über ihre Gefühle sprechen. Das ist nicht nur auf schlechte Gefühle bezogen, sondern auch auf gute Gefühle. Diese können ruhig richtig in Worte gebracht werden. Zudem sollten nicht nur Fragen gestellt werden, wo das Kind mit einem „ja“ oder einem „nein“ antworten kann. Besser ist es, Fragen zu stellen, die eine längere Antwort erfordern.

  • „Was hat dir am Kindergarten heute besonders gut gefallen?“
  • „Was möchtest du morgen gerne wieder im Kindergarten machen?“ Diese Fragen bereiten darauf vor, die Gefühle auch in Bezug auf die Schule richtig in Worte fassen zu können.

Video:Gespannte I-Dötzchen, gespannte Eltern – Der erste Schultag


8. Mit Freude auf die Schule blicken
Nicht jedes Kind freut sich auf die Schule. Einige haben auch Angst davor, was sie hier erwartet. Sie sind unsicher, haben vielleicht sogar Bauchschmerzen und wollen gar nicht in die Schule gehen. Eltern können ihrem Kind dabei helfen, sich mehr zu freuen, indem sie die Vorbereitungen auf die Schule gemeinsam mit dem Kind machen. Es darf sich selbst den Ranzen aussuchen und auch die Federtasche. Es ist beim Kauf von Stiften und Füller dabei und kann Wünsche äußern, was die Schultüte angeht. Gibt es eine Einschulungsfeier, dann kann diese den Kindern schon beschrieben werden. Oft gibt es auch einen Tag der offenen Tür in der Schule. Hier kann schon einmal Schul-Luft geschnuppert werden.

Tipp: Wenn es möglich ist, dann wäre es natürlich gut, wenn das Kind gemeinsam mit einem Kindergartenfreund in die Schule oder Klasse kommt.


BIldnachweis:©Shutterstock-Titelbild:  Monkey Business Images -#01:  Iakov Filimonov



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Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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