Im Winterhalbjahr sind in Südbaden Holzbildhauer, Schneiderinnen, Bäcker und Brauer aktiv, um die Fasnacht vorzubereiten. Für jede Maske in Oberkirch fertigt Wolfgang Ducksch zuerst ein Knetmodell, schnitzt das Holz und bemalt es, was bis zu 32 Arbeitsstunden beansprucht. In Freiburg fertigt die Schneiderei Schönberger Häs mit bis zu zwölf Stunden Aufwand pro Stück. Die Bäckerei Paul erhöht ihre Fettgebäckproduktion, und die Löwenbrauerei Elzach liefert im Februar ihr gefragtes Schuttigbier regional.
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Erst Knetmodell, dann Schnitzen, abschließend Bemalung sowie komplette Ausstattung

Brauermeister Johannes Dold aus Elzach braut zur Fasnetzeit (Foto: Löwenbrauerei Elzach)
Jährlich fertigt der erfahrene Bildhauer Wolfgang Ducksch rund 600 Originalmasken für die Fasnacht an. Basis ist ein modelliertes Knetobjekt, dessen Gestaltung acht Stunden beansprucht und Raum für Änderungswünsche lässt. Darauf folgt die Übertragung der Konturen auf einen Holzblock und das präzise Ausschneiden der Formen. Anschließend lackiert er jede Maske in mehreren Farbschichten. Am Schluss montiert Ducksch elastisches Band, einen Rossschweif sowie robuste Hexentuch-Verschlüsse an jeder Maske. Er investiert 24 Stunden.
Großauftrag aus St. Peter erhöht Arbeitsvolumen der Freiburger Schneiderei
In den Wintermonaten verarbeitet die Freiburger Schneiderei Schönberger rund dreißig Prozent ihres gesamten Produktionsvolumens für Häs-Kostüme. Ab September erstellen die Schneider Entwurfszeichnungen, übertragen Schnittmuster auf Stoff und montieren erste Ausstattungsteile. Pro Kostüm fallen je nach Komplexität zwischen fünf und über zwölf Stunden Handarbeit an. Zuletzt wurde ein umfangreicher Auftrag aus St. Peter im Schwarzwald für eine Guggemusik-Formation fristgemäß und mit markentypischer Qualität geliefert. Jedes Häs durchläuft strenge Qualitätskontrollen und Endabnahme.
Bäckerei Paul erzielt deutliche Mehrproduktion für traditionelle süße Fasnachtsspezialitäten

Bäckermeister Bernhard Fabian Paul aus Lörrach (Foto: HWK FR/Hubert Gemmert)
Die Bäckerei Paul in Lörrach gewährleistet an Schmutzigem Donnerstag und Fasnachtssamstag durch standardisierte HACCP-Prozesse die sichere Zubereitung von Fettgebackenem wie Berliner, Schenkeli und Mutzenmandeln. Spezifische Temperatur- und Reinigungsprotokolle für Fritteusen sind dokumentiert. Audits zur Kontrolle der Produktqualität und Hygieneintervalle stellen die Konformität mit Lebensmittelstandards sicher. Parallel dazu wird die Produktion von Plunder- und Feingebäck reduziert, um Personalressourcen für die närrischen Backwaren zu bündeln. Schulungsmaßnahmen für Mitarbeiter erfolgen regelmäßig vor Saisonbeginn.
Andere Bierspezialitäten verzeichnen während Schuttigbier-Saison einen leicht moderaten Absatzrückgang
Von Dreikönig bis nach der Fastnacht widmet sich die Löwenbrauerei Elzach der Produktion ihres Schuttigbiers, benannt nach den hölzernen Narrenfiguren der Stadt. Der komplette Biergang inklusive Maischen, Läutern, Gärung und Reifung beansprucht rund acht Wochen. Im Februar trägt diese Spezialität den größten Anteil zur Gesamtproduktion bei und prägt das Sortiment. Durch die rege Nachfrage wünschen Stammkunden eine ganzjährige Verfügbarkeit, während saisonale Biervarianten tendenziell zurückbleiben. Im Frühjahr bleiben andere Biere deutlich.
Traditionelle Handwerkskunst trifft regionale Produktion in authentischer südbadischer Fasnacht
Durch enge Abstimmung zwischen Kunsthandwerkern und lokalen Produzenten gewinnt die Südbadische Fasnacht an Authentizität und Qualität. Holzbildhauer aus Oberkirch erstellen Knetmodelle, um daraus individuelle Masken zu schnitzen. In Freiburg schneidern Fachleute maßgeschneiderte Häs in traditioneller Form. Bäckereien liefern zur Saison fettreiches Gebäck wie Mutzenmandeln, während regionale Brauer Schuttigbier heranziehen. Dieses integrative Konzept fördert Traditionsbewusstsein, stärkt kleine Betriebe und schafft für die Narren einmalige Festprodukte. Dabei bleiben Umweltaspekte kurze Lieferwege Fokus.

