Schulvorbereitung im Kindergarten: Optimal für die Schule gerüstet

0

Lernen beginnt weit vor dem Start in die Schule. Lernen beginnt mit der Geburt eines Kindes. Trotzdem ist die Schulvorbereitung im Kindergarten wichtig für die Schule.

Schulvorbereitung: So ist das Kind schulfähig

Der Wechsel vom Kindergarten in die Schule ist für jedes Kind ein bedeutsamer Schritt in seiner Entwicklung. Im letzen Jahr im Kindergarten wird vielen Kindern deshalb vor dem Eintritt in die Schule eine spezielle Schulvorbereitung geboten, so dass sie für ihren ersten Schultag und darüber hinaus gut gerüstet sind. Diese intensivere Förderung hat das Ziel, das einzelne Kind nach und nach an bestimmte Fähigkeiten für die Schule heranzuführen. Hat das Kind diese Fähigkeiten und einige grundlegende Kenntnisse im Kindergarten erworben, gilt es als “schulfähig”. Das ist dann der Fall, wenn körperliche, geistige, charakterliche und soziale Faktoren, die für den Erfolg des Kindes in der Schule notwendig sind, bei dem Kind vorhanden sind.

Beim Spielen, Basteln und Lernen hat das Kind ein gutes Durchhaltevermögen und bringt das, was es angefangen hat, auch zu Ende. (#01)

Beim Spielen, Basteln und Lernen hat das Kind ein gutes Durchhaltevermögen und bringt das, was es angefangen hat, auch zu Ende. (#01)

Schulvorbereitung: Sechs Tipps zum Schul-Start

Im Detail bedeutet das:

  • Als körperliche Voraussetzungen betrachten Experten u. a. die Bewegungsfähigkeiten, die Fähigkeit den Schulranzen tragen zu können und als geistige Voraussetzungen u. a. die Ausdrucksfähigkeit, das Denken und das Sprachverständnis.
  • Soziale und emotionale Voraussetzungen für den Gang in die Schule sind z. B. Selbständigkeit, die so genannte Bedürfnissteuerung, Gruppenfähigkeit und ein ausgeprägtes Selbstvertrauen.
  • Das schulfähige Kind ist in der Lage, sich zeitweilig von seinen Eltern oder einer anderen häuslichen Bezugsperson für einige Zeit zu lösen und sich außerhalb der Familie zu bewegen.
  • Das schulpflichtige Kind kann seinen Platz in der Gruppe behaupten, hat dort Durchsetzungskraft und kann sich mit anderen Kindern auseinandersetzen. Das geht auch schon ohne die Eltern.
  • Beim Spielen, Basteln und Lernen hat das Kind ein gutes Durchhaltevermögen und bringt das, was es angefangen hat, auch zu Ende.
  • Das Kind kann sich in der Gruppe gut einbringen und einordnen und kann dieses im Kindergarten gelernte auch auf die Schule übertragen.
Sich längere Zeit einer Aufgabe zu widmen, wie es den Kindern in der Schule anverlangt wird, ist für ein Kind gerade am Anfang noch ein bisschen schwer. (#02)

Sich längere Zeit einer Aufgabe zu widmen, wie es den Kindern in der Schule anverlangt wird, ist für ein Kind gerade am Anfang noch ein bisschen schwer. (#02)

Leicht gemacht: Vom Kindergarten in die Schule

Auch körperlich bringt das Kind gute Voraussetzungen für den Gang in die Schule mit, denn es ist in einem körperlich gesunden Zustand. Außerdem hat es eine gute Körperbeherrschung und führt grob- und feinmotorische Bewegungen richtig aus.

Die wichtigsten Fähigkeiten, die ein Kind also vor dem Eintritt in die Schule haben sollte, sind

  • Klettern und hüpfen
  • Balancieren
  • Hindernisse überwinden
  • Bälle fangen und werfen
  • Eine Strecke rückwärtslaufen

Auch feinmotorische Dinge sollten bei Kindern, die als schulfähig gelten, nachzuweisen sein, wie etwa sich an- und umziehen, Schuhe binden, einen Stift halten, Papier ausschneiden oder kleben.

Und dann zählen bei Kindern, die in die Schule starten sollen, noch bestimmte geistigen Fähigkeiten, wie etwa:

  • auf Erzähltes Bezug nehmen können
  • einfache vollständige Sätze bilden
  • die eigene Adresse vollständig nennen können
  • Farben und Formen erkennen und zuordnen können
  • Zahlen kennen und nennen können
Neben dem Lernen im Kindergarten, das das Kind fast jeden Tag erfahren kann, gibt es auch in seinem Alltag mit den Eltern, Großeltern und Geschwistern unzählige Möglichkeiten, sich auf den Start in die Schule vorzubereiten: (#03)

Neben dem Lernen im Kindergarten, das das Kind fast jeden Tag erfahren kann, gibt es auch in seinem Alltag mit den Eltern, Großeltern und Geschwistern unzählige Möglichkeiten, sich auf den Start in die Schule vorzubereiten: (#03)

Schulvorbereitung: Im Alltag lernen

Neben dem Lernen im Kindergarten, das das Kind fast jeden Tag erfahren kann, gibt es auch in seinem Alltag mit den Eltern, Großeltern und Geschwistern unzählige Möglichkeiten, sich auf den Start in die Schule vorzubereiten: Bei täglichen Aufgaben, wie der Mithilfe im Haushalt, in Küche und Werkstatt, im Garten und bei Ausflügen in der Natur, trainiert das Kind seine Wahrnehmungen und Fähigkeiten. Das Kind wird dadurch nach und nach lernen, seine Sinne zu gebrauchen und das Leben im wahrsten Sinne des Wortes zu „begreifen“. Das ist besser und prägt sich bei Kindern intensiver ein, als Lernen durch „anschauen“ oder „zuhören“. Schließlich ist es ein Unterschied, ob das Kind von einer CD aus hört, wie die Natur klingt oder ob es die Natur direkt draußen erlebt. Genauso ist es im Lernen für das Kind ausschlaggebend, ob es im Kinder-TV sieht, wie es einen Kuchen backen kann, oder ob es selbst mit seiner Mama einen Kuchen backt.

Praktische Beispiele: Draußen für die Schule lernen

Mit solchen alltäglichen Wahrnehmungen legen Eltern ihren Kindern ein hervorragendes Fundament, um leichter in die Schule zu starten und besser zu lernen. Dazu genügen zum Beispiel solche Sachen für die Schulvorbereitung für ein Kind wie diese Beispiele:

  • eine Stunde im Wald herumstreifen
  • den Bach entlang spazieren
  • im Regen, Schnee oder Matsch spielen
  • Zähne putzen, Schleifen binden, Bilder ausmalen und Papier falten
  • auf Baumstämmen balancieren, Hüpfspiele und Radfahren
  • Materialien raussuchen, wie Stifte, Bücher, Brotdose und Turnbeutel
  • Blumengießen, den Tisch aufdecken oder mal wischen
Im Kindergarten für die Schule lernen: So geht der Start in die Schule ganz locker über die Bühne. (#04)

Im Kindergarten für die Schule lernen: So geht der Start in die Schule ganz locker über die Bühne. (#04)

Tolle Übung: So lernt das Kind das Lernen

Sich längere Zeit einer Aufgabe zu widmen, wie es den Kindern in der Schule abverlangt wird, ist für ein Kind gerade am Anfang noch ein bisschen schwer. Ebenso fühlen sich viele Kinder in der Zeit vor ihrem Start in die Schule etwas mulmig, was sie denn dort erwarten wird. Eltern, Großeltern aber auch die ErzieherInnen im Kindergarten können die zukünftigen Erstklässler dann durch einfache Tricks für diese neuen Situationen praktisch vorbereiten.

Das geht zum Beispiel so:

  • Eltern sollten mit ihren Kindern Stillsitzen üben, etwa bei gemeinsamen Mahlzeiten, Bastelarbeiten wie Perlenauffädeln, Klebearbeiten oder bei Spielen wie Puzzle oder Memory.
  • Beim Vorlesen eines Buch sollten die Eltern ihr Kind mit in das Buch schauen lassen. Es kann dabei den Text mit dem Finger verfolgen und merkt sich die Schreibrichtung von links nach rechts.
  • Ein sehr hilfreicher Trick, um den Kindern die “Schulangst” zu nehmen: Eltern sollten gemeinsam mit ihrem Kind Schule spielen. Dafür brauchen sie einen Wecker als Pausenglocke (etwa 15 Minuten pro Unterrichtsblock), einen Tisch, an dem der Schüler Platz nehmen kann, und eine Tafel (am besten ein größeres, an die Wand gepinntes Papier). Dann kann die Probe-Schule losgehen.
  • Eine tolle Übung, die in diese testweisen Schule mit von der Partie sein sollte, ist das gemeinsame Reimen. Das geht so: Die Eltern denken sich einem Reim aus, den das Kind dann beenden soll, wie etwa: “Es ist heute sehr heiß, deshalb esse ich gern ein …”.
Von Ordnung bis Geschicklichkeit: Für die Schule können Eltern ihren Kindern eine Menge mitgeben. (#05)

Von Ordnung bis Geschicklichkeit: Für die Schule können Eltern ihren Kindern eine Menge mitgeben. (#05)

Schulvorbereitung: Kind kann Ordnung lernen

Wie wäre es aber auch, wenn die Eltern mit ihren Kindern einmal die Rollen tauschen? Wenn das Kind einmal in die Rolle des Lehrers schlüpft und seine Eltern unterrichtet, dann ist das sicherlich auch eine gute Methode, spielerisch für die Schule zu lernen. Das Kind kann seine Fähigkeiten, die es sich vorab angeeignet hat, gleich auf die Probe stellen. Außerdem kann dem Kind so auch vermittelt werden, dass es wichtig ist, seine Utensilien für die Schule dabei zu haben. Ob Schulkind oder LehrerIn, ohne Hefte, Stifte, Bücher und viele weitere Utensilien kann keiner von Beiden am Unterricht teilnehmen. Das Kind sollte deshalb im Zuge der Schulvorbereitungen lernen, in seinem Schulranzen, im Zimmer und auf seinem Schreibtisch Ordnung zu halten. Schließlich sei Ordnung das halbe Leben.


Bildnachweis:©Shutterstock-Titelbild: _Ruslan Guzov-#01: Poznyakov-#02: Monkey Business Images -#03: Oksana Kuzmina -#04: _Sergey Novikov  -#05: Oksana Shufrych

 

 

 

 

 

 

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

Comments are closed.