Soziales Kompetenztraining: Spiele und Übungen

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Kinder stark machen – das ist die Devise der 2009 bundesweit ins Leben gerufenen Initiative „Ich kann was!“ der Deutschen Telekom. Der Verein möchte Kinder und Jugendliche im Alter von neun bis 14 Jahren helfen, ihre Potenziale zu erkennen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und so stark für das zukünftige Leben zu machen.

Die mehr als 900 Projekte, die zu diesem Zweck bereits gefördert wurden, zielen in erster Linie auf Chancengleichheit ab, da in Deutschland immer noch die soziale Herkunft über den Bildungserfolg eines Kindes entscheidet. Aus diesem Grund legt die Initiative ihren Schwerpunkt auf die Förderung von Einrichtungen, welche in einer sozial schwierigen Umgebung agieren.

Projekte für Kinder und Jugendliche

Die Anleitung der „Ich kann was!“-Projekte erfolgt durch pädagogische Fachkräfte, die lebensweltorientiert arbeiten. Die Kinder und Jugendlichen sollen im Rahmen dieser Programme die Möglichkeit haben, individuelle Fähigkeiten auszuprobieren und zu vertiefen und soziale Kompetenzen wie Empathiefähigkeit, Einfühlungsvermögen etc. zu erlernen.

Zu den Themen der Projekte zählen Gewalt- und Konfliktvermeidung, der richtige Umgang mit Geld oder auch medien- und kulturpädagogische Aktivitäten. Im Fokus liegt auch der Kompetenzerwerb im Gruppenbereich: so sollen die jungen Menschen lernen, ihre eigenen Gefühle, Ideen und Wünsche auszudrücken, die anderer zu respektieren und auch kleinere Projekte in die Tat umzusetzen.

Die Initiative orientiert sich dabei an den wissenschaftlichen Standards der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD), die drei Kategorien für ein erfolgreiches Leben nennt (https://www.initiative-ich-kann-was.de/index.php?id=156):

  • Kompetenz des selbstständigen Handelns
  • Kompetenz, in sozial heterogenen Gruppen erfolgreich zu agieren
  • Kompetenz, erfolgreich mit Instrumenten der Kommunikation und des Wissens umzugehen.

Die Initiative handelt nach dem Grundsatz, dass der Kompetenzerwerb spielerisch unterstützt werden kann – so helfen Spiele dabei, verschiedene soziale Kompetenzen zu fördern. So soll das Spiel „Wer bin ich, was liebe ich?“ Kinder befähigen, zum einen ihre eigenen Stärken zu erkennen und diese in Worte zu fassen, zum anderen die Fähigkeiten der Anderen wahrzunehmen.

Dazu setzen sich die Kinder in einen Kreis und notieren auf einem Blatt Papier drei Eigenschaften, die sie an sich selbst toll finden. Diese Zettel werden in der Mitte des Sitzkreises gesammelt und wenn alle fertig sind, werden die Aussagen von der pädagogischen Fachkraft vorgelesen. Die Gruppe versucht nun gemeinsam herauszufinden, um wen es sich handelt.

Video: Kinder sicher und stark machen

Training für Kinder und Jugendliche mit geistiger Behinderung

Auch das Sozialtraining „Locker bleiben“ möchte Kinder und Jugendlichen mit einer geistigen Behinderung in ihrer sozial-emotionalen Entwicklung fördern. Das Programm wird von eigenständigen pädagogischen Teams an Schulen und Heilpädagogischen Tagesstätten durchgeführt.

Auch sie sind der Ansicht, dass Spiele und Übungen dabei helfen, soziale Kompetenzen bei Kindern und Jugendlichen auszubilden, weswegen sich auf ihrer Homepage (http://www.locker-bleiben-online.de) eine buntgemischte Sammlung zum Thema soziales Lernen findet.
Sehr beliebt bei Kindern sind Luftballonspiele, da diese meist Bewegung und Musik inkludieren. Eine sehr gute Gruppenübung ist es, den Teilnehmern 100 Luftballons, eine Rolle Klebeband, Paketschnur und eine Schere zu geben. Die Aufgabe: Die Gruppe soll gemeinsam überlegen und umsetzen, wie sie aus den Materialen einen Turm bauen kann, der mindestens zehn Sekunden frei steht.

Theaterpädagogische Übungen für die Emotionen

Mit Hilfe von theaterpädagogischen Übungen können Kinder und Jugendliche lernen, Emotionen auszudrücken. Ein Beispiel: die Gruppe steht in einem Kreis. Der Übungsleiter hat einen Ball in der Hand, den er an seinen rechten Nachbarn weitergibt. Dazu stellt er pantomimisch, das heißt ohne Worte, aber mit ausdrucksstarker Gestik und Mimik, ein Gefühl dar.
Diese Emotion wird nun von jedem dargestellt, der den Ball in der Hand hat.


Bildnachweis: © Titelbild: Fotolia-Robert Kneschke

Über Sabrina Müller

Sabrina Müller, geboren 1982 in Berlin, ist inzwischen Mutter von drei Kindern. Eigentlich wollte sie gar nicht so viele Kinder. Nachdem ihre erste Tochter jedoch wirklich pflegeleicht war, haben sich Sabrina und ihr Mann für weitere Kinder entschieden. Konnte ja keiner wissen, dass auf pflegeleicht nicht immer auch wieder pflegeleicht folgt. Nach der ersten Tochter folgten noch ein Mädchen und ein Junge. Ihre Rasselbande füllt Sabrinas Leben derzeit aus. Neben der Betreuung der Kinder engagiert sich Sabrina auch im Kindergarten und näht und bastelt gerne.

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