Geisteswissenschaften erlebbar machen

10.01.2008 | Dresden
Im Rahmen der Ausschreibung "Denkwerk" der Robert Bosch Stiftung wurde kürzlich auch das TUD-Projekt "Drehscheibe Dresden. Migration in Mitteleuropa" genehmigt.

Der Antrag wurde vom Dresdner MitteleuropaZentrum eingereicht; durchgeführt wird das Projekt an der Fakultät Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der TU Dresden. Prof. Walter Schmitz hat dort die Koordination einer Arbeitsgruppe übernommen, in der neben Vertretern der kultur- und geschichtswissenschaftlichen Fächer der TU Dresden auch Lehrende und Studierende der Hochschule für Bildende Künste, der Hochschule für Musik Carl-Maria von Weber und der Evangelischen Fachhochschule Dresden mitarbeiten.

Ziel des Projektes ist es, Schülerinnen und Schüler der allgemeinbildenden Schulen früh mit der Arbeitsweise der Geisteswissenschaften vertraut zu machen. Acht sächsische Gymnasien und eine Mittelschule nehmen daran teil. Über einen Zeitraum von drei Jahren werden die Schülerinnen und Schüler Aspekte der Zuwanderung, wie sie die Stadt Dresden von Beginn an geprägt hat, erforschen. Ergänzend sind Exkursionen nach Liberec und Prag geplant.

"Die kulturelle Blüte Dresdens in der Frühen Neuzeit bis zur Ära Augusts des Starken ist ohne die Mitwirkung von Architekten, Malern, Künstlern, Gelehrten aus ganz Europa, vor allem aber aus Italien undenkbar", bringt Prof. Schmitz das Projektthema auf den Punkt. "Im Zeitalter der Nationen, im 19. Jahrhundert, kommt es zu einer breiten Zuwanderung aus den Ländern Mittel- und Osteuropas - aus Polen, aus Russland. Gruppen wie einzelne Persönlichkeiten, so etwa der bedeutende polnische Dichter Kraszewski, finden in Dresden einen Aufenthalts- oder auch einen Zufluchtsort."

Organisiert ist die "Drehscheibe Dresden" in Modulen, die über drei Jahre hinweg stattfinden. Große Veranstaltungen an der Technischen Universität Dresden leiten die Arbeit in Gruppen ein. Dabei soll auch ein Stadtführer zum Thema "Migration in Dresden" entstehen. Für ihn werden die Schüler gemeinsam mit studentischen Tutoren zu einzelnen Erinnerungsorten in der Stadt Dresden - seien es nun Museen wie das Kraszewski-Museum oder Plätze, die nach der Zerstörung von 1945 nur noch zu rekonstruieren sind - zeitgeschichtliche Aspekte der Stadt erlebbar machen.

Quelle: Pressemeldung Technischen Universität Dresden

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