Bücher helfen heilen

24.10.2008 | Heidelberg
25 Jahre Kinder- und Jugendbücherei des Universitätsklinikums Heidelberg / Feier und Lesung mit Paul Maar am 24. Oktober 2008

Für ein paar Stunden Ferien vom Krank-Sein: Die Kinder- und Jugendbücherei in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Heidelberg bringt seit 25 Jahren mit Büchern, Kassetten und CDs unterhaltsame und heilsame Abwechslung in den Klinikalltag junger Patienten. Dieses Jubiläum hat das Büchereiteam gemeinsam mit jungen Patienten, ihren Familien, MitarbeiterInnen der Kinderklinik und interessierten Gästen am 24. Oktober 2008 in der neuen Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik gefeiert.

Ein besonderes Highlight für die jungen Besucher: Der bekannte Autor Paul Maar, Schöpfer des „Sams“, las aus seinen jüngsten Werken, den Geschichten von Max und seinem besten Freund, dem Hund „Herr Bello“, vor, darunter auch Passagen aus dem im September 2008 erschienenen neuen Buch „Wiedersehen mit Herrn Bello“.

1983 gründete die ehemalige Kliniklehrerin Gisela Haas die Kinder- und Jugendbücherei an der Heidelberger Kinderklinik als eine ehrenamtliche Initiative. Vorbild war und ist das Projekt „Das fröhliche Krankenzimmer e.V.“ des Deutschen Ärztinnenbundes, dessen Ziel es ist, möglichst viele Kinder während eines Krankenhausaufenthaltes mit professionell ausgewählter Kinder- und Jugendliteratur zu versorgen und auf diese Weise therapeutisch zu unterstützen.

Großes ehrenamtliches Engagement für kranke Kinder

Inzwischen verfügt die Bücherei über insgesamt 7.500 Medien im neuen Büchereiraum im Ambulanzbereich der Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik, sowie in den Nebenstellen der Kopfklinik, der Chirurgischen und der Orthopädischen Universitätsklinik. Dabei finanziert sich die Bücherei ausschließlich durch Spenden. 18 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen sind Ansprechpartner für Patienten, Geschwister, Eltern, Erzieher und Pflegepersonal. Einmal in der Woche fahren Mitarbeiterinnen mit dem Bücherwagen direkt an die Krankenbetten und stellen den Kindern Geschichten zum Lesen und Hören vor.

„Die Nachfrage nach unseren Büchern, Kassetten und CDs ist sehr groß, besonders seit wir nach dem Umzug in die neue Angelika-Lautenschläger-Kinderklinik in idealer Lage im Ambulanzwartebereich leicht zu finden sind“, sagt Sibylle Plass, Leiterin der Kinder- und Jugendbücherei im Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin. In der alten Kinderklinik war die Bibliothek im 13. Stockwerk nur schwer zu erreichen.

Heidelberger Modell macht Schule

„Unser Anliegen ist es, über Lesen und Hören die inneren Kräfte der Kinder und Jugendlichen in dieser Ausnahmesituation zu stärken, ihnen Mut zu machen und bei der Bewältigung ihrer Ängste helfen oder auch einfach nur für eine fröhliche Abwechslung im Klinikalltag zu sorgen“, so Sibylle Plass. Nicht nur junge Patienten in Heidelberg profitieren von diesem Projekt: Seit 1992 haben die Mitarbeiterinnen aus Heidelberg mehrere Kinder- und Jugendbüchereien an Kliniken in den neuen Bundesländern gegründet, in Bautzen, Jena, Dresden, Rostock, Halberstadt, Erfurt und Cottbus. Die Mittel dazu kamen zunächst aus einer gemeinnützigen Stiftung, die ehrenamtliches Engagement fördert. Inzwischen konnten weitere Büchereigründungen aus selbst eingeworbenen Spenden finanziert werden.

Quelle: Pressemeldung Universitätsklinikum Heidelberg

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